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Der Netto hat jetzt mehr Brutto

Der süddeutsche Eigentümer und die Neubrandenburger Verwalterin der ehemaligen Schülergaststätte finden gemeinsam einen Weg: Die ob ihrer Plattenbauten manchmal abqualifizierte Oststadt wird durch eine Millioneninvestition attraktiver.

Renate Schultz (rechts) sieht sich im neu gestalteten Geschäft „MHS Schulz“ um. Mandy Spiering verkauft hier unter anderem Berufsbekleidung, Armeebedarf und Bekleidung für draußen.
Hartmut Nieswandt Renate Schultz (rechts) sieht sich im neu gestalteten Geschäft „MHS Schulz“ um. Mandy Spiering verkauft hier unter anderem Berufsbekleidung, Armeebedarf und Bekleidung für draußen.

„Ist doch eine schöne Kaufhalle geworden“, findet Erich Schulze, der sich im sanierten und größer gewordenen Netto-Supermarkt umsieht. Der Markt ist Teil des Handels- und Dienstleistungszentrums Ziolkowskistraße 2 in der Neubrandenburger Oststadt. Nach wochenlangen Bau- und Umbauarbeiten wurde der Komplex am Mittwoch als Teil der „Neuen Mitte“, also des neuen Zentrums des Stadtteils, wieder eröffnet.

„Wir haben im Auftrag des Eigentümers aus Süddeutschland gut eine Millionen Euro investiert, um einen attraktiven Anziehungspunkt zu schaffen. Und auch, um ein Zeichen für die gute Entwicklung dieses Neubauviertels zu setzen“, berichtet Renate Schultz von Schultz Immobilien Neubrandenburg. Sie verwaltet seit mehr als zehn Jahren die Ziolkowskistraße 2 und hat längst eine besondere Beziehung zu dem großen Gebäude, das 1973 als Schülergaststätte entstanden war.

Während Händler und Dienstleister wieder einzogen, sah sich Renate Schultz in den einzelnen Geschäften um. So auch bei Mandy Spiering, die hinter dem Ladentisch von „MHS Schulz“ steht. Hier werden Kunden fündig, die zum Beispiel Berufsbekleidung und Armeebedarf suchen. „Dieser Laden bringt mehr Farbe und Abwechslung in unser Zentrum“, findet Renate Schultz.

Gebäude wurde vor 41 Jahren gebaut

Und das sogar an einem mittlerweile historischen Standort. Denn die von Hans Steindl vor 41 Jahren gebaute Schülergaststätte wurde und wird geschmückt durch das unter Denkmalschutz stehende Wandbild „Kinder – Träume – Zukunft“ von Erhard Großmann. Mandy Spierig braucht nur aus der Ladentür zu schauen, dann sieht sie das Wandbild.

Größter Mieter war und ist der „gelbe Netto“, also die Supermarktkette, die im benachbarten Stavenhagen ihren Sitz hat. Die Bedingungen waren bisher nicht ideal, weil das Gebäude nicht als Kaufhalle konzipiert wurde, erklärt Renate Schultz. Diese Probleme sind durch Sanierung und Umbau jetzt überwunden, sagt Filialleiter Ingo Heusinger. Der Neubrandenburger, der diese Arbeit schon seit zehn Jahren macht, ergänzt: „Ich hätte nicht gedacht, dass das geht.“ Der Verkaufsraum wurde auf rund 800 Quadratmeter vergrößert, es gibt erstmals einen Sozialraum, ein separates Pfandlager, neue, breitere Türen und Tore.