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Die Lütte ganz groß

Sie kam, sang und begeisterte ihr Neubrandenburger Publikum. Mit unverwechselbarer Stimme rockte das 1,49 große Energiebündel die kleine Thalia-Bühne.

Autogramme? Gerne! Angelika Mann erfüllte in Neubrandenburg nicht nur musikalische Wünsche.             
Gerlinde Bauszus Autogramme? Gerne! Angelika Mann erfüllte in Neubrandenburg nicht nur musikalische Wünsche.  

„Das freut mein Herz und meine Seele, dass so viele gekommen sind“, begrüßt Angelika Mann bescheiden ihre Zuhörer in der ausverkauften Thalia-Buchhandlung. Neubrandenburg sei ein Ort, mit dem sie viele musikalische Erinnerungen verbindet. Hier ist sie oft mit Reinhard Lakomy aufgetreten, habe mit Costa Cordalis getanzt und bei Fernsehsendungen in der Stadthalle mitgewirkt.

Dann legt sie musikalisch los: „Was treibt mich nur immer wieder zu singen“, fragt das Multitalent dynamisch in die Runde. Es folgen erfrischende Geschichten und kleine Anekdoten aus ihrem Leben. Dazwischen präsentiert sie kraftvolle Lieder, mit denen sie schon zu DDR-Zeiten zu begeistern wusste. Im Plauderton reißt die Künstlerin ihr Publikum mit, fühlt sich rundherum wohl und hat dabei mindestens genauso viel Vergnügen wie ihre Fans. Die können gar nicht genug bekommen von dem jung gebliebenen Energiebündel, das die kleine Thalia-Bühne regelrecht „rockt“ und immer wieder zum Mitsingen ermutigt.

Und weil sich ihr Publikum nach einer Stunde noch kein bisschen langweilt, geht es weiter. Die Lütte plaudert über ihre Kindheit und erzählt, dass sie als Vierjährige einen kleinen Tritt auf ihre Schaukel stellte, um mehr von der Welt zu sehen. Mit 11 Jahren schmetterte sie vor der Klasse den Connie-Francis-Schlager: „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ – natürlich mit gebrochenem Akzent.

Angelika Mann erzählt von Wegbegleitern wie Uschi Brüning, Klaus Lenz, Manfred Krug. Und natürlich von Lacky (Lakomy), der die schönsten Lieder für sie schrieb. „Das konnte er wie kein anderer. Weil er wusste, wie es in mir aussah“, sagt Angelika Mann. „Wir haben viel gefeiert, gelacht, gesungen. Ein Traumpaar, wenngleich ein schrilles.“ Auch deshalb sind die Lieder dieses Abends vor allem von und für ihn. „Behalt mich lieb, wenn du jetzt gehst“ gehöre unbedingt zu ihren Lieblingsliedern.

Die Lütte ist gut im Geschäft: Wenn sie nicht gerade auf Lesetour ist, spielt sie in dem Stück „Heiße Zeiten – Wechseljahre“ im Theater am Kudamm. Bis Ende Dezember kann man sie dort als eine von vier Damen im Hormonrausch erleben. „Wenn die loslegen, können die Heldinnen aus ,Sex and the City‘ einpacken“, vermerkt die Presse über das Musical.

Wünsche? Nun ja, meint die Lütte, bei einem Song Contest würde sie ganz gern noch mal mitmachen. Das passende Lied dafür habe sie auch schon. Ganz klar, dass sie es den Neubrandenburgern nicht vorenthält. Stimm- und textgewaltig schmettert sie los.

Und so klappt es am Ende der Konzertlesung doch noch, dass der große Neubrandenburger Fan-Chor mit ihr gemeinsam singt: „Versuch es doch mal mit Champagner“. Viel hätte nicht gefehlt und ein sonst eher verhaltenes Viertorestädter Publikum hätte es von den Sitzen gerissen. „Eine klasse Frau“, schwärmt Gisela Bracht aus Neubrandenburg. „Diese Ausstrahlung – einfach faszinierend.“ Und Veronika Schaldach spricht aus, was wohl viele an diesem Abend denken: „Zusammen mit der Lütten sind wir noch mal jung geworden…“