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Die Rettung steckt im Rucksack

Die Feuerwehr rückt immer häufiger mit dem Krankenwagen aus. Oft auch unnötig. Das ist dann schlimm, wenn zeitgleich im Löscheinsatz die Rettungstechnik fehlt. Jetzt gibt es aber eine Lösung.

Andreas Klemer setzt sich den 20 Kilo schweren Rucksack auf. Daniel Prillwitz, Peter Modemann und Fred Bühring (v.l.) bleibt dies erspart.
Ingmar Nehls Andreas Klemer setzt sich den 20 Kilo schweren Rucksack auf. Daniel Prillwitz, Peter Modemann und Fred Bühring (v.l.) bleibt dies erspart.

 Es ist keine Seltenheit, dass der Rettungswagen der Feuerwehr zwölf Mal in einer Schicht ausrückt. Herzinfakt, Schlaganfall, Verkehrsunfälle und Geburten stehen ganz oben auf der Liste der so genannten „weißen Einsätze“ ohne Feuer. Nicht jeder, der über die „112“ um Hilfe ruft, ist aber auch wirklich in akuter Not, wie Daniel Prillwitz von der Neubrandenburger Berufsfeuerwehr sagt. „Es werden leider immer mehr Einsätze, die nicht unbedingt nötig sind“, sagt Prillwitz. Das klärt sich meist erst vor Ort auf. Wenn dann aber zeitgleich ein Feuer ausbricht, mussten die Feuerwehrleute bisher auf Rettungsmittel warten. Das kostet wertvolle Minuten, die bei verletzten Personen über Leben und Tod entscheiden können.

„Wir selbst begeben uns ja auch in Gefahrensituationen und brauchen dann eventuell auch Rettungsmittel“, sagt Lehr-Rettungsassistent Andreas Klemer. Damit die Feuerwehrbeamten, die alle auch eine Sanitäterausbildung haben, nicht erst auf den herbei eilenden Krankenwagen warten müssen, wurden jetzt Rettungsrucksäcke angeschafft. Auf jedem der zwei Löschfahrzeuge gibt es einen Spezialrucksack, der mit den nötigen Geräten und Medikamenten für die Ersthilfe ausgestattet ist. „Der ist von allen Kollegen anwendbar“, sagt Andreas Klemer. In Rostock und Schwerin haben die Feuerwehrbeamten die teuren Rucksäcke schon länger und damit auch gute Erfahrungen gemacht.

Jetzt ist der Wunsch der Neubrandenburger Beamten auch erfüllt worden. Gute 20 Kilogramm wiegt der Rucksack, in dem beispielsweise ein automatisierter externer Defibrillator verstaut ist. Spezialgeräte wie dieses machen den Rucksack so teuer aber auch so wichtig im Einsatz. Es gibt drei Wachschichten. Pro Schicht sind 17 Leute im Einsatz, drei davon im Rettungsdienst.