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Die Treppe ist fertig, der Ärger bleibt

Die Treppe, die viele so nicht wollten, ist jetzt fertig. Wer sie nutzt, findet sie auch gut. Einige Datzeberger nehmen aber lieber den Trampelpfad und sparen sich den Umweg.

Eine Treppe, die viele auf dem Datzeberg nicht wollten, ist jetzt fertig.
Ingmar Nehls Eine Treppe, die viele auf dem Datzeberg nicht wollten, ist jetzt fertig.

"Schrecklich" lautet das knappe und etwas knurrige Fazit von Wolfgang Heintze zur neuen Treppe, die vom Sandkrug auf den Datzeberg führt. Der Rentner aus dem oberen Bierweg am Fuße des Datzbergs schiebt sein Fahrrad die Stufen hoch.Seit einigen Tagen ist sie für den Verkehr freigegeben, damit die andere Treppe zum Utkiek abgerissen werden konnte.  "Ich wollte sie mal testen", sagt Heintze.

Vielleicht ist es gar nicht so sehr die neue Treppe selbst, über die er sich ärgert. Es ist vielmehr der Umstand, dass die Treppe, die viele Anwohner des Datzebergs nutzten, dem Bagger zum Opfer gefallen ist. Und die Treppe, die weniger Leute nahmen, präsentiert sich nun als schönes aber ungeliebtes Kind.

"Die andere Treppe war viel steiler. Diese geht sich bequemer", stellt Bernd Schröder fest, der mit seinem Hund Gassi geht und dazu kommt. Im Sommer, wenn viele Kinder zum Schwimmen vom Datzeberg in Richtung Reitbahnsee gehen, dann hätten sie immer die abgerissene Treppe benutzt, sagt Wolfgang Heinzte. Zehnmal mehr Leute waren es stets, habe er gezählt.

Auch das Stadtteilbüro hatte zwei Zählungen durchgeführt, um sich ein Bild zu machen. Dabei kam heraus, dass die Treppe zum Utkiek um ein Vierfaches mehr genutzt wird als die Treppe zur Atelier-Straße. Dieses Ergebnis wurde im vergangenen Herbst auch den damaligen Stadtvertretern mitgeteilt. Da war der Treppenwitz vom Datzeberg aber schon beschlossene Sache.

Viele Datzeberger waren davon ausgegangen, dass eine mittige Treppe zwischen den beiden alten Treppen gebaut wird. Dies stand auch in einem Rahmenplan und wurde außerdem als Wunsch bei einer öffentlichen Be­gehung an die zuständige Kommunale Entwicklungsgesellschaft (KEG) herangetragen.

"Warum haben die nicht die Mitteltreppe gebaut. Da hätten alle was davon gehabt. Teurer wäre das nicht gewesen", meckert Wolfgang Heintze. Die ersten Beschmierungen an der Treppe und von Hunden vollgekackte Stufen wurden übrigens schon gesäubert, nach nicht einmal einer Woche.