Arbeit mit schwerer Technik:

Drei Wochen im Maisfeld

Jürgen Dojahn steigt im Herbst auf schweres Gerät. Der Nordkurier begleitete ihn bei der Maisernte und erfuhr, was ihm da schon mal passiert ist.

Jürgen Dojahn (56) fährt seit 20 Jahren Feldhäcksler. Die nächsten knapp drei Wochen wird er mit seinen Kollegen Mais ernten. Zehn bis zwölf Stunden täglich.
Gesine Prägert Jürgen Dojahn (56) fährt seit 20 Jahren Feldhäcksler. Die nächsten knapp drei Wochen wird er mit seinen Kollegen Mais ernten. Zehn bis zwölf Stunden täglich.

Computerspiele mag Jürgen Dojahn nicht. Muss er auch nicht, denn momentan sitzt der 56-Jährige täglich auf seinem eigenen großen Spielzeug. 3,70 Meter breit, 840 PS, 40 km/h. Sein Joystick: ein Multifunktionshebel. Sein Spielfeld: 600 Hektar Mais. Die warten auf ihn in den nächsten knapp drei Wochen.

Punkt 7.30 Uhr legt Dojahn mit dem Häcksler auf dem Feld los. Der Motor brummt auf, das Maisgebiss beginnt zu rotieren. Ein kurzer Ruck und 18 Tonnen setzen sich in Bewegung. Vier Kilometer die Stunde, nicht schneller. Dojahn hupt – ein Zeichen für seine Kollegen. Nacheinander folgen ihm sieben Traktoren mit je zwei Anhängern. Zwölf Reihen Mais schneidet der Häcksler gleichzeitig ab, wie Schlangen werden die Halme vom Gebiss eingezogen.

Dojahn blickt über die Schulter, justiert den Auswurfturm neu, aus dem der zerkleinerte Mais in die Anhänger fällt. Die sind nur 2,50 Meter breit. „Da muss man schon Zielwasser getrunken haben.“ Er lacht. Doch im Notfall hilft dem gelernten Zerspanungsmechaniker auch eine Kamera im Fahrerhaus.

Doch ab und zu kann selbst die Technik nicht helfen. Dann nämlich, wenn sich Wildschweine im Maisfeld verstecken. „Die hatten keine Chance mehr.“ In manchen Jahren sei der Mais so hoch, dass er gar nicht mehr drüberschauen könne, sagt Dojahn. Zwölf Stunden auf dem Häcksler werden dann zu einem „ganz schön langen Kanten“. Abwechslung bringen junge Mitfahrer. „Wenn Kinder mit großen Augen am Rand stehen, nehme ich sie manchmal mit. Ich weiß, wie das ist, war ja selbst mal ein kleiner Junge.“

Nach einem langen Arbeitstag gibt es übrigens etwas, das ihm seine Frau besser nicht servieren sollte: Mais. Denn essen mag er den überhaupt nicht.

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