Neubrandenburg:

Dreikönigsverein will Ukrainern helfen

VonKarl-Heinz EngelDie Frauen des Vereins „Häftlinge der Lager von Simferopol“ haben das Hospiz in der Lindenstraße besucht. Die Ukrainerinnen zeigten ...

Rainer Prachtl, Vorsitzender des Dreikönigsvereins, empfing gestern Frauen des ukrainischen Vereins "Häftlinge der Lager von Simferopol" im Hospiz.[KT_CREDIT] FOTO: K.-H. Engel

VonKarl-Heinz Engel

Die Frauen des Vereins „Häftlinge der Lager von Simferopol“ haben das Hospiz in der Lindenstraße besucht. Die Ukrainerinnen zeigten sich tief beeindruckt.

Neubrandenburg.„Nein, so etwas gibt es nicht im Ansatz bei uns. Leider“, bedauerte Ludmilla Ryschowa. Sie und ihre Begleiterinnen vom Verein „Häftlinge der Lager von Simferopol“ in der Ukraine, besuchten auf Einladung des Fürstenberger Fördervereins Ravensbrück e. V. Neubrandenburg. Gestern stand die Besichtigung des vom Dreikönigsverein betriebenen Hospizes auf dem Programm. Menschen so fürsorglich auf dem letzten Weg zu begleiten, sei beispielhaft und zeige, wie sehr soziale Arbeit daheim im Argen liege, erklärte Ludmilla Ryschowa. Ihre Mutter hatte in Deutschland Zwangsarbeit leisten müssen.
Die meisten Vereinsmitglieder sind auf der Halbinsel Krim, namentlich in Simferopol zu Hause. Auf der Krim gibt es nur ein Pflegeheim. In ihm würden zudem primitive Verhältnisse herrschen, hieß es. Eine wunderschöne, aber arme Gegend, die Erfahrung hat auch Elke Nolze vom Fürstenberger Partnerverein gemacht. Wie Ludmilla Ryschowa berichtete, gebe es keine staatliche Unterstützung für solche sozialen Einrichtungen. Eine Solidarkasse wie hierzulande die Pflegeversicherung fehle ebenfalls.
Der Fürstenberger Verein will helfen. Wie Elke Nolze informierte, hat man gemeinsam mit dem Vereinsträger EVZ und der Kurt und Herma Römer Stiftung ein Projekt entwickelt, das den Aufbau eines Heims vorsieht. „Haus Hoffnung“ heißt es.
Unterstützung will auch der Dreikönigsverein geben. Vorsitzender Rainer Prachtl sieht sowohl ideelle als auch finanzielle Möglichkeiten. So will er sich dafür einsetzen, dass ein Teil der Einnahmen aus dem Benefizessen beim Dreikönigstreffen 2014 für das Vorhaben Verwendung findet. „Wir versuchen, den luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker als Gastredner zu gewinnen. Der wäre ein echter Magnet“, meinte Rainer Prachtl. Er riet den Frauen, auch zur Reemtsma-Stiftung Kontakt zu suchen. Überhaupt sei die Sponsorengewinnung unerlässlich. Doch auch damit steht man in der Ukraine am Anfang. Das Bewusstsein bei Unternehmern, sich für soziale Anliegen zu engagieren, sei noch nicht ausgeprägt, sagte Ludmilla Ryschowa.

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