Ruine bei Neddemin stürzt ein:

Ehemaliger Puff im Wald lässt Besitzer kalt

Die Ruine der ehemaligen Ausflugsgaststätte „Waldesruh“ vor den Toren der Stadt Neubrandenburg hat in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Erst als Bordell verschrien, später ab­gebrannt, droht das Haus jetzt komplett einzustürzen. Den Besitzer interessiert’s nicht – Diebe schon.

Zu retten ist hier bei Neddemin nichts mehr. Wer denkt, die Ruine falle jetzt komplett in sich zusammen, der irrt. Hier sind Steindiebe am Werk gewesen.
Anett Seidel Zu retten ist hier bei Neddemin nichts mehr. Wer denkt, die Ruine falle jetzt komplett in sich zusammen, der irrt. Hier sind Steindiebe am Werk gewesen.

Jetzt hat sich das Problem „Waldesruh“ bald von selbst erledigt. Hoffentlich fällt vorher niemandem noch ein Stein aufs Auto. Solche Worte hört man derzeit häufiger, wenn es um die Ruine der ehemaligen Ausflugsgaststätte „Waldesruh“ in Neddemin geht. Die zerfällt in den vergangenen Monaten zusehends. Doch daran ist nicht allein der marode Zustand schuld.

Das Haus hat in den vergangenen Jahren immer wieder für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Viele können sich noch daran erinnern, als hier die rote Lampe brannte und Gäste möglichst unerkannt ins Haus schlüpften. Aus dem beliebten Ausflugslokal mit roter Brause und viel Tanz war nach der Wende einer der ersten Puffs in der Region   geworden. Der brannte Mitte der 90er Jahre ab.

Rote Kussmünder und Herzen an dem Haus sind inzwischen ausgeblichen, erinnern aber noch an diese Zeiten. Viel blieb jedoch davon nicht. Denn das einst so beliebte Ausflugslokal ist nur noch eine Ruine. Schon seit Jahren schimpfen vorbei­fahrende Autofahrer über den Anblick. Nun bleibt die Hoffnung, dass das Gras bald über die alten Steine wächst.  

Diebe haben Steine mitgehen lassen

Neddemins Bürgermeister Thomas Beckmann beobachtet den Verfall seit einigen Monaten mit besonderer Besorgnis. „Da sind Mauerspechte am Werk“, sagt er und meint damit Diebe, die es auf die roten Backsteine abgesehen haben. Die müssen immer wieder vorgefahren sein und sich dort bedient haben. „Seit einem Vierteljahr geht das so.“ Nun stehen die Giebel völlig frei und ­drohen ebenfalls einzustürzen. Niemand wird trauern, dass sich der schäbige Anblick auf ­diese Art und Weise erledigt, der Bürgermeister hofft aber, dass von dem Gemäuer keine Gefahr ausgeht.

Thomas Beckmann hat sich deshalb mit dem Ordnungsamt in Neverin in Verbindung gesetzt. Dort arbeitet man mit dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zusammen. Das Haus wurde 1989 von den damaligen Betreibern verkauft. Heute soll es nach Informationen des Nordkurier zwei Männern gehören, denen das Schicksal ihrer Immobilie egal ist. Bereits 1997 wurden sie aufgefordert, die Ruine zu sichern. Das Gelände wurde als Abfallhalde genutzt (der Nordkurier berichtete). Schon zu dem Zeitpunkt entwickelte sich der Kontakt mit den Eigentümern als äußerst schwierig, wie es hieß.

Bis heute ist die Problem-Immobilie beim Neddeminer Bahnhof weiter im Visier der Bauaufsicht des Landkreises. „Von der Brandruine geht keine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer auf der benachbarten Landes­straße aus“, wird aus dem Amt Entwarnung gegeben. „Auch anderweitige Gefahren sind wegen der Alleinlage nicht erkennbar.“ Der Kontakt mit den Eigentümern ge­stalte sich jedoch nach wie vor schwierig.

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