Knabberfische arbeiten bald auch in Neubrandenburg:

Ein Großunternehmen mit 300 kleinen Mitarbeitern

Hornhaut und Hühneraugen ade, Neurodermitis und Akne passé, dafür Sandalenfüße zum Vorzeigen: Das alles schaffen drei Zentimeter lange Fische bald auch in Neubrandenburg.

Die Behälter, in denen die Knabberfische ab Mitte Dezember „arbeiten“ sollen, stehen schon in der Praxis von Berith Muche-Schuth.
H. Nieswandt Die Behälter, in denen die Knabberfische ab Mitte Dezember „arbeiten“ sollen, stehen schon in der Praxis von Berith Muche-Schuth.

Ein Großunternehmen mit 300 Mitarbeitern eröffnet Berith Muche-Schuth am 13. Dezember. Das ist keine Hochstapelei – wenngleich es sich bei den Mitarbeitern um Fische handelt, muss die junge Frau ein bisschen schmunzeln. Diese Fische sind die fleißigen Helfer der Neverinerin in ihrer künftigen Praxis im Oberbachzentrum Neubrandenburg und werden demnächst an den Füßen der Kunden herumknabbern. Diese Praxis ist übrigens die erste ihrer Art in Mecklenburg-Vorpommern, erzählt die gelernte Krankenschwester.

Wer sollte Fische auf seine Füße loslassen und warum? „Sie knabbern von den Füßen tote Hautzellen ab, helfen so bei der Beseitigung von Hornhaut und Hühneraugen, sie lindern Neurodermitis und Akne“, erklärt Berith Muche-Schuth. Außerdem sorgen die Barben nebenbei für eine Fußzonen-Reflexmassage und dann zum Frühjahr schließlich für gut aussehende Sandalenfüße, ergänzt die Jungunternehmerin.

"Sie stupsen die Hautzellen vorsichtig herunter"

Auf welche Weise schaffen die etwa drei Zentimeter langen Fischchen das alles? Gehören sie wirklich zu den Karpfen und nicht eher zu den Piranhas, die mit scharfen Zähnen an den Füßen herumsäbeln? „Nein, sie stupsen die Hautzellen vorsichtig herunter. Gewöhnungsbedürftig ist das nur für Menschen, die sehr kitzlig an den Füßen sind“, erklärt Berith Muche-Schuth.

So läuft die Prozedur ab, wenn die Neverinerin die Pforten ihrer Praxis öffnet: Die Spezialbecken wurden schon geliefert, die Fische vom Fachunternehmen kommen kurz vor der Eröffnung. Das Wasser in den Becken, das ständig vierfach gefiltert wird, hat 32 Grad – Wohlfühltemperatur für Mensch und Tier. Etwa 70 bis 75 Knabberfische „arbeiten“ je Becken, erläutert Berith Muche-Schuth und ergänzt: 20 Minuten pro Anwendung seien vollkommen ausreichend.

Reiki ist die eigentliche Berufung

Die Existenzgründerin sucht mit der Praxis eine neue Herausforderung, weil sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wie früher als OP-Schwester oder Vertreterin arbeiten kann. Für ihre neue wirtschaftliche Existenz verwirklicht sie aber nicht nur die Idee mit den Fischen, für deren Verwirklichung sie auch Schulungen und eine Prüfung absolvierte. „Meine Berufung ist Reiki, also die Kunst des Handauflegens, die ich als spirituelle Lebensberatung ebenfalls einbringen will“, ergänzt Berith Muche-Schuth zu ihrem Vorhaben, das am 13. Dezember – so hoffentlich bei den Vorarbeiten alles klappt – Wirklichkeit werden soll.

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