Das ganze Geld ist weg:

Eltern kämpfen für beklaute Kita-Kinder

Während die Kleinen der Chemnitzer Kita "Löwenzahn" unbeschwert in der Sonne Spaß haben, sitzen die Kita-Leiterin und ein Elternrats-Mitglied im kleinen Büro und müssen sich mit einem schweren Problem herumschlagen.

Die Chemnitzer Kita-Kinder haben hart für ihr Geld gearbeitet und zum Beispiel kleine Gurkenpflänzchen gezogen oder Advents-Gestecke gebastelt.
Jörg Franze Die Chemnitzer Kita-Kinder haben hart für ihr Geld gearbeitet und zum Beispiel kleine Gurkenpflänzchen gezogen oder Advents-Gestecke gebastelt.

Ende Februar wurde die Kita von Einbrechern heimgesucht. An einem Freitagabend schlossen die Erzieher die Einrichtung hinter sich ab, und in der Nacht zum Sonnabend stiegen Diebe in das kleine Backsteingebäude in der Chemnitzer Parkstraße ein. Sie richteten Schäden an den Türen an - und stahlen einen kleinen Tresor mit etwa 500 Euro Bargeld.

„Das war das Geld der Kinder, das sie sich erarbeitet haben“, ärgert sich die Kita-Leiterin Katrin Dammer und der Elternrats-Vertreter Robert Engel. Die jüngsten Chemnitzer hatten zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit kleine Gestecke gebastelt und diese beim Adventszauber an und in der Kirche gegen kleine Spenden unter die Leute gebracht. Außerdem hatten die Lütten eigenhändig Gurkenpflänzchen gezogen und an die Eltern abgegeben. Dafür kam genauso ein kleiner Obolus in die Kasse wie mit einer Spendenaktion zum Sommerfest. Auch als die Gruppenfotos der Kinder gemacht wurden, wanderte ein kleiner Anteil am Verkauf der Bilder in die Kindergartenkasse.

Und jetzt ist die Kohle weg. Doch dabei wollen es die Eltern der Kita-Kinder nicht belassen. Nachdem ihnen bei einer Versammlung die schlechte Nachricht überbracht wurde, setzte sich der Elternrat spontan zusammen und überlegte sich Ideen, um das Geld wieder reinzuholen. „Wir wollen auf alle Fälle die Firmen im Ort und die Gemeinde ansprechen und sie um Spenden bitten“, macht Robert Engel deutlich.

So hoffen die Eltern, den Verlust des gestohlenen Geldes wenigstens teilweise ausgleichen zu können. „Denn jeder Cent ist wichtig“, weiß Kita-Leiterin Katrin Dammer. „Wir sind dabei, die Krippenräume neu zu gestalten“, erklärt sie. Auch in der Kindergartengruppe soll einiges passieren. Neue Möbel, pädagogisches Spielzeug, Bastelmaterial - im Prinzip war der Betrag, der jetzt gestohlen wurde, komplett verplant. Schließlich sollte damit auch ein Höhepunkt zum traditionellen Sommerfest der Kita finanziert werden, ein Zauberer, eine Hüpfburg oder irgendetwas anderes, das den Kindern Freude bereitet.

Während die Kita-Eltern nun in Eigeninitiative das geklaute Geld wieder erarbeiten wollen, laufen die Ermittlungen der Polizei nach dem Einbruch weiter. Doch bisher gibt es offenbar keine heiße Spur.

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