Fritz Reuter ermittelt :

Endlich Tatort - jetzt hat auch Neubrandenburg seinen Krimi

Einen Kindsmord im Mühlenholz versucht der Schriftsteller Fritz Reuter im neuen Roman von Frank Goyke aufzuklären. Die Handlung führt den Leser nicht nur durch die Straßen, sondern auch in die Geschichte der Viertorestadt.

Autor Frank Goyke hat sich einen prominenten Ermittler ausgesucht: Fritz Reuter muss einen "Doppelmord" aufklären
Enrico Eisert, Hinstorff Verlag Autor Frank Goyke hat sich einen prominenten Ermittler ausgesucht: Fritz Reuter muss einen "Doppelmord" aufklären

So sehr Regionalkrimis auch boomen - um Neubrandenburg haben die Autoren bisher einen Bogen gemacht. Doch das ist jetzt vorbei - dank des Schriftstellers Frank Goyke: "Doppelmord - Fritz Reuters erster Fall" heißt sein neues Buch, das gerade bei der Leipziger Buchmesse vorgestellt wird.

Der Roman führt ins Jahr 1857, als der mit "Läuschen un Rimels" bekannt gewordene Fritz Reuter gerade ein Jahr in Neubrandenburg lebt. Auf dem Heimweg von einem Umtrunk am Ostermorgen wird er Zeuge, wie ein totes Baby gefunden wird. Um die Wahrheit herauszufinden, reist er mit Unterstützung seiner Freunde Wilhelm Bahr und Viktor Siemerling - beides reale Figuren aus der Neubrandenburger Stadtgeschichte - unter anderem auch nach Fünfeichen, nach Altstrelitz zum jüdischen Gelehrten Daniel Sanders und zum Kloster Malchow.

Verweise auf Reuters frühere Lebensstationen wie Friedland und (Alten-)Treptow fehlen ebenso wenig wie das ausführliche Verweise auf dessen Liebe zu Bruder Alkohol, dem der Dichter unter anderem im Fürstenhof frönt - dem heutigen Fürstenkeller, wo Goyke am 31. März sein Buch vorstellen wird. Die Lesung ist bereits ausverkauft.

Doch der Autor ist mit dem Untertitel "Fritz Reuters erster Fall" gewissermaßen schon eine Verpflichtung eingegangen. Für mindestens zwei weitere Kriminalgeschichten aus dessen Neubrandenburger Zeit hat er schon Ideen parat: Eine könnte sich um den Eisenbahnbau, eine andere um die Suche nach dem rätselhaften slawischen Heiligtum Rethra drehen. Sieht aus, als müsse der "Tatort Neubrandenburg" kein Einzelfall bleiben.