Umzüge und zünftige Feiern in Letzin und Röckwitz:

Erntefest bringt Runkel auf die Beine

Wer in Letzin oder Röckwitz Gast des Erntefestes ist, merkt schnell: Da steckt viel Liebe drin. Die Organisatoren legen sich jedes Jahr ordentlich ins Zeug.

Hab mein Wage vollgelade: Beim Umzug in Letzin waren nicht nur die Wagen, sondern auch die Passagiere liebevoll geschmückt.
Hab mein Wage vollgelade: Beim Umzug in Letzin waren nicht nur die Wagen, sondern auch die Passagiere liebevoll geschmückt.

Wenn Marianne Marscheider die Erntefest-Wagen durchs Dorf rollen sieht, dann kommen Erinnerungen hoch. „Ich war 1955 Erntefest-Königin in Letzin. Ich hatte eine Krone auf und bin auf dem Wagen unter der Erntekrone mitgefahren“, sagt die 78-Jährige. Vor der Schule habe sie ein Gedicht aufgesagt. Das fleißigste Mädchen sei damals als Erntefest-Königin ausgesucht worden, sagt sie und erzählt von der schweren Arbeit auf dem Feld, vom Mähen des Getreides mit der Sense, vom Aufbinden und Aufhocken. Wie schnell das alles doch heute mit der modernen Technik gehe.

Während sie erzählt, kommt das erste Fahrzeug mit Musik vorbeigefahren. Dahinter folgen Wagen mit lustiger Belegschaft, Bürgermeister Karl Heller schiebt eine Karre mit Getreidekranz, Sonnenblumen und Kürbis vor sich her, begleitet von Pastorin Kathrin Krüger. Die beiden begleiten den Umzug, der sich nach dem Gottesdienst in der Letziner Kirche in Bewegung gesetzt hat, zu Fuß. Auch eine Runkelrübe auf zwei Beinen ist unterwegs und sorgt für viel Heiterkeit bei der Runde, die an vielen herbstlich geschmückten Grundstücken vorbei kommt.

Auch in Röckwitz hat das Erntefest jahrelange Tradition. Nach dem ökumenischen Gottesdienst in der gut gefüllten katholischen Kirche fahren die Adamshofer Bauern mit ihren geschmückten Traktoren und Wagen samt gut gelaunten Passagieren nach Adamshof und dann noch eine Runde durch Röckwitz.

Auf dem ersten Wagen thront die Erntekrone, die die Familien wenige Tage zuvor zusammen gebunden haben. Mehrere Ladungen Manneskraft sind nötig, um sie bei der Ankunft vor dem Saal mit Forken herunterzuheben, in den Saal zu tragen und dort vor der geschmückten Bühne aufzuhängen.

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