Neubrandenburg:

Errichtet noch nach der alten Bauweise

Während Ende April 1945 die Innenstadt zu über 80 Prozent in Flammen aufging, blieben ein paar Straßenzüge von der Brandschatzung … verschont, so auch ...

Lehrlinge des VEB Bauunion - hier beim Mauern - erhielten zur Übergabe des Kindergartens ein „Ausgezeichnet“.  FOTO: J. Milster

Während Ende April 1945 die Innenstadt zu über 80 Prozent in Flammen aufging, blieben ein paar Straßenzüge von der Brandschatzung … verschont, so auch der Kindergarten für 90 bis 100 Kinder in der Darrenstraße: Er wurde durch Spenden 1898 erbaut. Im April 1946 wurden in Neubrandenburg 20600 Einwohner gezählt. Da reichte der Platz zur Unterbringung der Vorschulkinder gerade noch aus.
Im September 1947 ist dann für die Kinder des Vogelviertels und der Ihlenfelder Vorstadt an der „Paradiewiese“ (später „Platz der Solidarität“) eine Baracke hergerichtet worden, die im letzten Kriegsjahr Flüchtlingen als Asyl gedient hatte. Sie war jedoch schon marode geworden. Dach und Fenster waren undicht. So konnte man Kindern und Betreuern den weiteren Aufenthalt bald nicht mehr zumuten. 1951 konnten Kinder des Vogelviertels und der Ihlenfelder Vorstadt den ersten neuen Kindergarten in der Greifstraße besuchen.
Diese Plätze reichten aber auch nicht mehr, und so wurde beschlossen, 1953 einen weiteren Kindergarten am „Platz der Solidarität“ zu bauen. So legten der Baurat Odenthal und der stellvertredende Ratsvorsitzende des Kreises Tesch 1953 den Grundstein. Gebaut wurde der Kindergarten von Lehrlingen des VEB „Bauunion“ (später das Wohnungsbaukombinat/WBK). …
Dieser Kindergarten-Bau erstand noch nach der alten Bauweise „Ein Kalk – ein Stein“. Das Verfugen des Mauerwerks war sehr zeitaufwendig. Als 1954 die Abnahme erfolgte, erhielt diese Lehrlingsbrigade die Note „Auszeichnung“. Sie hatte sehr gute Arbeit geleistet wie später auch beim ersten Schulneubau in der Demminer Straße (Gymnasium).…
Auch Volkseigene Betriebe (VEB) beteiligten sich am Kindergarten-Programm. Im Mai 1966 war es der VEB „Sirokko“ (heute „Webasto“) und 1972 das Energiekombinat (EKN). … Mit den Einwohnerzahlen stiegen auch die Plätze in den Kitas. In jedem neuen Wohngebiet wie Süd- und Oststadt, Datze- und Lindenberg etc. entstanden neue Tagesstätten. … 1975 gab es allein in der Oststadt 8 Kindertagesstätten. 1981 wurden in der Stadt 73000 Einwohner gezählt und 4600 Kindergartenplätze. 1983, 30 Jahre nach der Grundsteinlegung am „Platz der Solidarität“ stieg die Zahl im Oktober auf 5583 Kindergartenplätze, eine stolze Bilanz.
Joachim Milster, Neubrandenburg