Premiere für Neubrandenburg:

Erstes Hostel der Stadt öffnet bald

Marco Gillmeister hat allem Anschein nach ein Händchen dafür, schrottreifen Immobilien wieder Leben einzuhauchen. Nach dem Güterbahnhof bekommt nun ein weiterer ehemaliger Schandfleck eine neue Nutzung: Das ehemalige Stadtwerke-Gebäude wird zum Rucksackhotel. Und eine weitere sehr bekannte Fast-Ruine hat ebenfalls wieder eine Zukunft.

Nachher: Heute präsentiert sich das Hostel als schmuckes Haus, das der Farbgebung auf dem übrigen Güterbahnhofgelände angepasst wurde.
Sebastian Haerter Nachher: Heute präsentiert sich das Hostel als schmuckes Haus, das der Farbgebung auf dem übrigen Güterbahnhofgelände angepasst wurde.

Neubrandenburg. Als Manager der Band „Mohnblau“ hat Marco Gillmeister vor Jahren das erste Mal in einem Hostel übernachtet. An Ideen für Projekte ohnehin nicht arm, kam dem Unternehmer der Einfall, auch in Neubrandenburg ein solches Billighotel zu bauen. „Wir sind eine Sportstadt, es gibt hier viele Veranstaltungen, und die Besucher müssen irgendwo schlafen.“ Vor allem bei Großveranstaltungen reiche der Übernachtungsplatz in der Stadt oft nicht aus. Auch für eigene Events im Güterbahnhof werden Schlafplätze benötigt. Das Ergebnis dieser Überlegungen kann man nun bewundern. Wo zuletzt die Neubrandenburger Stadtwerke ihre Abrechnung angesiedelt hatten, steht jetzt in großen Lettern „Hostel“ zu lesen. Das recht eindrucksvolle Nachkriegsgebäude mit dem prägnanten Eingang gehörte früher zu den Neubrandenburger Gaswerken und beherbergte nach Auskunft des Neubrandenburger Hobbyhistorikers Wolfgang Heintze deren Rechnungswesen.

„Zu Beginn der Saison werden wir das Hostel voraussichtlich eröffnen“, blickt Gillmeister voraus. Knapp 60 Gäste können in 17 Zwei-, Vier und Sechsbettzimmern in Etagenbetten übernachten. Die Räume sind zwischen 10 und 20 Quadratmeter groß und bieten alle ein vollwertiges Bad mit Dusche. In einem Gebäude Richtung Brücke finden später zirka 40 weitere Gäste Platz und auch Räume für kleine Tagungen oder Familienfeiern. Drei bis vier Arbeitsplätze entstehen. Außerem zieht noch ein Autovermieter mit ins Hostel ein. Da ein Hostel keine Gastronomie bietet, bekommen die Gäste ihr Frühstück auf Wunsch vis-á-vis in der neu eröffneten "Mohnblau-Milchbar" serviert.