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Ex-Trainer Bogs hat lange auf FCN-Siegprämien gewartet

Der einstige FCN-Trainer schaltete einen Anwalt ein, um vereinbartes Geld vom Verein zu erhalten. Jürgen Bogs wundert sich über die jüngste Entwicklung im Verein nicht.

Jürgen Bogs war gut anderthalb Jahre Trainer beim 1. FC Neubrandenburg 04. 
Roland Gutsch Jürgen Bogs war gut anderthalb Jahre Trainer beim 1. FC Neubrandenburg 04. 

Erst vor vier Wochen „und auch nur mit Hilfe eines Anwalts“ habe er sein restliches Geld vom 1. FC Neubrandenburg 04 erhalten, sagte Jürgen Bogs, bis Anfang Juni 2014 Trainer des Viertorestädter Fußball-Oberligisten. All dem sei eine lange und nervtötende Phase vorausgegangen. „Der FCN schuldete mir noch einige vereinbarte Siegprämien“, machte der 68-Jährige, der einst zehnfacher DDR-Meister mit dem BFC Dynamo gewesen war, deutlich. „Ich versuchte zunächst, die Angelegenheit telefonisch zu klären, dann schriftlich. Aber nichts kam, immer wieder wurde ich vertröstet. Ich hatte die Schnauze voll und nahm mir einen Anwalt.“

Kurz vor der FCN-Mitgliederversammlung Ende März habe ihn endlich ein Schreiben mit der Versicherung erreicht, dass der Verein zahle. Bogs: „Es fehlt zwar immer noch was, doch ich lasse die Sache nun auf sich beruhen. Irgendwann ist Schluss. Ich bin sehr enttäuscht.“

Mittlerweile wurde auch Bogs‘ Nachfolger Dariusz Kolacki vom 1. FCN 04 beurlaubt, nachdem er sich via Nordkurier darüber beklagt hatte, immer wieder um sein Honorar betteln zu müssen. Zudem kritisierte der 40-jährige Coach aus Polen, dass der Oberliga-Spielerkader zu klein sei.

Wahrer Grund für seinen Abschied

Was Jürgen Bogs, der übers Internet die aktuellen Ereignisse beim FCN genau verfolgt, bekannt vorkommt: „Diese Entwicklung wundert mich gar nicht.“ Er selbst habe aus ähnlichen Gründen um die Auflösung seines Vertrags gebeten. „Nun kann ich ja ehrlich sagen, wie es war, als ich vom FCN wegging. Jetzt kann mir ja keiner mehr ein vereinsschädigendes Verhalten vorwerfen.“ Gesundheitliche Probleme, wie bei seinem Abschied der Öffentlichkeit verkündet, hätten dabei nämlich nur eine sekundäre Rolle gespielt. „Ich hatte einfach genug von der Unzuverlässigkeit im Verein. Und am Training beteiligten sich oft nur sieben, acht Leute. Dafür braucht man keinen Trainer.“