Revision abgelehnt:

Falscher Honorarkonsul muss Haftstrafe antreten

Drei Jahre lang hat sich ein Neubrandenburger erfolgreich als Honorarkonsul von Jordanien ausgegeben. Doch das war nur ein gut laufendes Betrugssystem.

Auf dem Schloss Cosa zwischen Anklam und Neubrandenburg hat der der angebliche Honorarkonsul gelebt.
Winfried Wagner Auf dem Schloss Cosa zwischen Anklam und Neubrandenburg hat der der angebliche Honorarkonsul gelebt.

Ein falscher Honorarkonsul für das Königreich Jordanien, der vom Landgericht Neubrandenburg im Mai zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, muss ins Gefängnis. Das Oberlandesgericht hat den Revisionsantrag des 65-Jährigen verworfen, wie das Landgericht am Montag mitteilte. Damit sei die Strafe von zwei Jahren und zwei Monaten Haft wegen Betruges und Titelmissbrauchs nun rechtskräftig.

Der aus der Region Neubrandenburg stammende Mann hatte sich von 2009 bis 2012 als Honorarkonsul des Königreichs Jordanien ausgegeben. Er hatte Geschäftspartner um mehr als 100 000 Euro betrogen. Mit seiner 27 Jahre jüngeren Frau residierte der Mann samt Scheinfirma auf Schloss Cosa bei Friedland, wo er opulente Empfänge für Bekannte gab. Diesen wurden hoch dotierte Anstellungen versprochen, wofür sie mit Geld und teuren Autos in Vorleistungen gingen - und davon kaum etwas wiedersahen.

So hatte er etwa angekündigt, dass jordanische Geldgeber rund eine Million Euro in eine "weltweit agierende Friseurkette" investieren wollten. Der Rechtsstreit währt bereits seit 2014. In erster Instanz hatte ihn das Amtsgericht noch zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, das verkürzte das Landgericht bereits. Die Frau des Hochstaplers wurde in erster Instanz zu einer Bewährungsstrafe wegen Beihilfe zum Betrug verurteilt und legte Rechtsmittel ein. Daraufhin wurde das Verfahren gegen sie eingestellt und sie bekam eine Arbeitsauflage. Das Paar hat sechs Kinder. 

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!