Untersuchungen halten an:

Förster will so einen Fund nie wieder machen

Der Mann, der ein über zwei Monate altes Rätsel endlich löste, hat nach einem Telefonat mit der Polizei gleich Bescheid gewusst: In seinem Wald bei Pragsdorf liegt die seit Langem vermisste Rentnerin aus Neubrandenburg. Bis sie ihre letzte Ruhe findet, dauert es aber noch.

Betreten verboten. Trotzdem hat der Revierförster in dem militärischen Sicherheitsbereich zwischen Pragsdorf und Kreuzbruchhof eine vermisste Rentnerin gefunden.
Thomas Beigang Betreten verboten. Trotzdem hat der Revierförster in dem militärischen Sicherheitsbereich zwischen Pragsdorf und Kreuzbruchhof eine vermisste Rentnerin gefunden.

Punkt zwölf Uhr am vergangenen Freitag. Diese genaue Uhrzeit kann Ralf Opitz nicht mehr vergessen. Denn genau zur Mittagsstunde hat der Förster der Bundesforst in seinem Revier „Bannenbrück“ bei Pragsdorf die Leiche einer skelettierten und teilweise schon mumifizierten älteren Frau gefunden. Der Forstmann hat sofort die Polizei benachrichtigt und als Opitz beschrieb, welche Sachen die Tote am Leib trug, „war für die Polizisten schon fast alles klar“, so der Förster. „Die sagten gleich, dies sei bestimmt die seit Juli vermisste Rentnerin Almuth S. aus Neubrandenburg.“

Die 81-Jährige verschwand am 10. Juli spurlos aus dem Klinikum in Neubrandenburg, wo der alten Dame ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde. Sämtliche Suchmaßnahmen der Polizei in der näheren und weiteren Umgebung des Krankenhauses waren vergeblich.

Keine Indizien für ein Gewaltverbrechen

Obwohl Ermittler und die Staatsanwaltschaft sich ziemlich sicher sind – die im Bannenbrück gefundene Leiche ist identisch mit der vermissten Neubrandenburgerin – die endgültige Gewissheit steht noch aus. Die letzten Zweifel soll eine DNA-Untersuchung liefern, das Ergebnis erwarten die Beamten in den nächsten Tagen. Noch unklar sei, so sagte eine Polizeisprecherin auf Nordkurier-Nachfrage, ob die gefundene Leiche auch obduziert werden muss. Indizien für ein Gewaltverbrechen lägen jedenfalls bislang noch keine vor, heißt es weiter.

Auch wenn Förster Opitz mit seiner Entdeckung die Angehörigen der Rentnerin von der Qual der Ungewissheit befreit hat, so einen Fund will er nie mehr machen: „Einmal reicht. Das muss sich im Leben nicht mehr wiederholen“.