200 Meter hoch:

Friedländer stemmen sich gegen größere Windräder

In Sachen Windrädern wird es wieder ernst in Friedland. Investoren wollen nicht noch mehr Anlagen bauen, sondern die Flächen nutzen, um kleine Windräder abzubauen und dafür zwar weniger aber weitaus größere an selber Stelle aufzustellen. Das passt den Friedländern nicht.

Friedland ist umzingelt von Windrädern. Am Treptower Feld sollen die alten Räder jetzt durch neue und vor allem größere ersetzt werden.
Anett Seidel Friedland ist umzingelt von Windrädern. Am Treptower Feld sollen die alten Räder jetzt durch neue und vor allem größere ersetzt werden.

Um Eignungsgebiete für Windräder diskutieren die Friedländer schon lange nicht mehr. Die haben sie zu großen Flächen rund um die gesamte Kleinstadt. Investoren nutzten die Gelegenheiten und haben überall die Spargel in die Höhe schießen lassen. Jetzt ist der Windpark Treptower Feld jedoch erneut in der Diskussion. Platz für neue Windräder ist dort nicht mehr. Aber es gibt Investoren, die beabsichtigen, ihre kleineren Anlagen abzubauen und dafür größer aufzubauen.

Die Stadtvertreter sollten darüber beschließen und sind misstrauisch geworden. Repowering heißt das Zauberwort der Investoren. Die Folge dessen: Statt 100 Meter hoher Anlagen, sollen nun neue 200 Meter hohe Mühlen rotieren. Aufgrund des beschränkten Platzes müsste zwar somit auf das eine oder andere Windrad verzichtet werden. Aber die Abstandsflächen zur nächsten Bebauung bleiben gleich. Und damit rücken die Windräder ganz dicht an die Häuser in der Bresewitzer Straße oder auch an der Kleinbahn und in Güntersfelde.

Stadtvertreter stimmen gegen Bebauungsplan

„Die Windräder am Treptower Feld stehen seit 1997“ beschreibt Bauamtschefin Sigrid Häberer. Aus dem ersten Raumordnungsprogramm, in dem die Flächen als Eignungsgebiet ausgewiesen sind, gelten auch die Abstandsflächen zu den Häusern.

Gegen das Eignungsgebiet hat die Stadt keine Chance. Das haben die Friedländer schon schmerzlich erfahren müssen, als sie sich vor Jahren sogar vor Gericht gegen die Spargel wehrten (der Nordkurier berichtete). Doch mit einem Beschluss zu entsprechenden Planungen können sie sich ein Stück Mitspracherecht sichern. Und das haben die Stadtvertreter nach vielen Diskussionen mehrheitlich getan. Einem sogenannten vorhabensbezogenen B-Plan haben sie nicht zugestimmt und damit das Repowern verhindert.

Um die Stadt drehen sich schon 40 Windräder

Gleichzeitig belegen sie ein weiteres Stück Fläche, das als Windeignungsgebiet ausgewiesen ist, mit einem Plan. Damit können die Friedländer nicht verhindern, dass Mühlen gebaut werden, sehr wohl aber bei Abstandsflächen und Größen mitreden. Auch dem Beschluss haben die Stadtvertreter zugestimmt. 15 Anlagen drehen sich allein am Treptower Feld in Friedland. Knapp 40 sind es rund um die gesamte Stadt. Und mit dem neuen Raumordnungsprogramm sollen noch mehr Flächen ausgewiesen werden. Da treffen am Ende nicht die Stadtvertreter eine Entscheidung, sondern die Regionalplaner. In Friedland dürften alle Gebiete, die sich für den Bau von Windrädern eignen ausgewiesen sein, aber hier bereitet der Begriff Repowering Sorgen. Wie das nämlich passieren soll, weiß so genau noch niemand.

Der Widerstand gegen den Bau neuer Windräder gewinnt nicht nur in Friedland an Stärke: Sieben Bürgerinitiativen und eine Wählergemeinschaft aus der Seenplatte haben sich kürzlich zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen. Ziel sei es, gemeinsam weitere Anlagen in der Region zu verhindern, hieß es nach der Gründung.

 

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