Düstere Prognosen:

Friedland zahlt noch immer Millionen für DDR-Platte

An der Altlast hat das städtische Wohnungsunternehmen noch lange zu kauen. Schon einmal drohten die Schulden den Betrieb in die Knie zu zwingen.

Diese Platte wurde im vergangenen Jahr um drei Etagen gekürzt und mit einem Satteldach versehen. Die Wohnungsgesellschaft wirkt damit dem Leerstand entgegen. Doch wie sie die Altschulden los werden kann, steht in den Sternen.
Anett Seidel Diese Platte wurde im vergangenen Jahr um drei Etagen gekürzt und mit einem Satteldach versehen. Die Wohnungsgesellschaft wirkt damit dem Leerstand entgegen. Doch wie sie die Altschulden los werden kann, steht in den Sternen.

Drei Millionen Euro muss die Friedländer Wohnungsgesellschaft noch für die Plattenbauten aus DDR-Zeiten abzahlen - und das 25 Jahre nach dem Ende der DDR. Bürgermeister Wilfried Block (parteilos) bringt diese Thema gewaltig in Rage. „Allein wird Friedland das nicht schaffen“, sagt er.

Die Wohnungsgesellschaft drohte 2006 schon einmal in die Knie zu gehen. Damals wurde ein Sanierungsprogramm aufgelegt und seitdem fließen jährlich 200 000 Euro aus der Stadtkasse an das Tochterunternehmen. Doch die Situation des Wohnungsvermieters ist neun Jahre später nicht besser. Die Zuschüsse gehen dafür drauf, dass die Gesellschaft liquide bleibt.

Von jedem Euro Mieteinnahmen gehen 70 Cent an die Bank, rechnet Block vor. „Damit lässt sich nicht wirtschaften“, sagt er. Hinzu komme der hohe Leerstand. 2006 standen 18 Prozent der Wohnungen leer. Jetzt sind es noch 10,5 Prozent der mehr als 900 Wohnungen.

Schuldenerlass scheint in weiter Ferne

Die Schulden seien nicht etwa durch Missmanagement entstanden. Sie wurden schon bei der Staatsbank der DDR geführt. Geld, mit dem zu DDR-Zeiten Plattenbau-Wohnungen entstanden für die Arbeiter der Molkerei, der Stärke- und der Zuckerfabrik. Nach der Wende gingen bis 2500 Arbeitsplätze verloren, Menschen gingen fort. Der Stadt blieb nicht viel, außer Schulden. Die wurden in D-Mark und später in Euro umgerechnet.

Dass die Altlasten einmal in den sogenannten Altlastentilgungsfonds übertragen werden könnten, ist ungewiss, weiß Block und fordert einen Schuldenerlass. Warum der nicht gelingt, darüber lässt sich nur spekulieren. Über die Modalitäten der Banken will niemand öffentlich sprechen. Für die Mieter wird sich zunächst nichts ändern. Nur dass das Geld für Renovierungen knapp bleibt.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung