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Fünf Laster am Tag mehr

VonAnett SeidelIn der Nähe der einstigen Ziegelei in Friedland soll eine Biomethananlage entstehen. Unter einigen Friedländern regt sich Unmut. Der Investor ...

VonAnett Seidel

In der Nähe der einstigen Ziegelei in Friedland soll eine Biomethananlage entstehen. Unter einigen Friedländern regt sich Unmut. Der Investor versucht die Gemüter zu beruhigen.

Friedland.Am Blautonwerk soll gebaut werden. „Für jedermann sichtbar wurde auf der Industriebrache der ehemaligen Fliesenfabrik am Pleetzer Weg aufgeräumt“, macht Ulrich König, Geschäftsführer der Mineralischen Rohstoffmanagement GmbH deutlich. Jetzt hat der geschäftsführende Gesellschafter mit der Alternativen Stoff- und Energieverwertung GmbH (ASE) eine Biomethananlage auf dem Gelände geplant, wo er seit fast zehn Jahren das Blautonwerk mit zwölf Beschäftigten aus der Kleinstadt betreibt.
Doch in Friedland stößt das Vorhaben aufgrund der vorhandenen Masse an Photovoltaik, Windrädern, Biogas, aber auch möglicher Belastungen auf Widerspruch (der Nordkurier berichtete). Eine Nummer zu groß, meinen Kritiker. Dr. Ulrich König versucht nun die Gemüter zu beruhigen und verweist dabei unter anderem auf die Geschichte, als Friedland eine Industriestadt mit Ziegelei, Molkerei und Zuckerfabrik gewesen ist. König konnte mit seiner Idee zunächst überzeugen, „auf der Industriebrache am Pleetzer Weg eine Biomethananlage zu errichten, die in das lokale und regionale Gasnetz des Energieversorgers E.ON edis im Bereich der Salower Chaussee/Schwarzer Weg Bioerdgas einspeist und die zu über 65Prozent mit Zuckerrüben versorgt wird.“
Damit wollen die Investoren ohne Monokulturen wie Mais auskommen. Schon jetzt bekommen sie Unterstützung von den Landwirten durch den Zuckerrübenanbauverband Güstrow und Anklam. Auch der Bauausschuss steht dem Vorhaben positiv gegenüber, hat jedoch darauf verwiesen, dass der Investor einen entsprechenden Nachweis erbringen soll, von wo die Rüben kommen, wie stark die Straßen der Stadt durch den vermehrten Lkw-Verkehr strapaziert werden und mit welcher Geruchsbelästigung zu rechnen ist.
„Alle Grenzwerte werden bei weitem eingehalten“, heißt es demnach seitens unabhängigen Gutachter. Das Unternehmen habe die geforderten Nachweise vor der heutigen Stadtvertretersitzung eingereicht. „Die Zuckerrübenanlieferung erfolgt überwiegend aus den Richtungen Nordwest und Nord, so dass die Belastung des innerstädtischen Verkehrs über die Bundesstraße sich auf etwa vier bis fünf Transporter pro Tag beschränkt.“ Auch die Menge der nötigen Zuckerrüben sei nach Einschätzungen des Zuckerrübenanbauverbandes gesichert.
„Wir sind überzeugt, dass die Errichtung einer Biomethananlage auf lange Sicht der Stadt eine nachhaltige Einnahmequelle und Arbeitsplätze sichert“, so der Vorhabensträger.Für den Betrieb ist die Investition von großer Bedeutung. „Die Revitalisierung der Industriebrache ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des Produktionsstandortes“, betont Ulrich König.Die Stadtvertreter treffen sich heute um 19.30 Uhr im Ratssaal. Mit einem positiven Beschluss würden sie den ersten Schritt für das weitere Genehmigungsverfahren ebnen.

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