Drachenfliegen über Broda:

Für einen perfekten Tag fehlt nur etwas Wind

Den selbst gebastelten Drachen in die Lüfte steigen zu lassen – das macht Groß und Klein im Landschaftsgarten Broda Spaß. Mancher entdeckt völlig neue Talente an sich.

Mit 54 Jahren wagte sich Hartmut Heiden erstmalig an die Nähmaschine und zauberte diesen Delta-Drachen hervor. Für ihn ist es immer wieder ein Gänsehaut-Gefühl, seinen Drachen so fliegen zu sehen.
Paulina Jasmer Mit 54 Jahren wagte sich Hartmut Heiden erstmalig an die Nähmaschine und zauberte diesen Delta-Drachen hervor. Für ihn ist es immer wieder ein Gänsehaut-Gefühl, seinen Drachen so fliegen zu sehen.

Hartmut Heiden blickt gen Himmel. Ein rot-blau-gelber Drachen mit einer Spannweite von gut sechs Metern flattert etwa zehn Meter über dem Boden. Hartmut Heiden hat ihn selbst zusammengebaut. „Mit 54 Jahren habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben an eine Nähmaschine gesetzt.“ Eine Herausforderung in seinem Alter, wie er bemerkt. Gut eine Woche und viele Nachtschichten waren damals nötig, um den sogenannten Delta-Drachen zu fertigen. Aber als es dann soweit war, der Jungfernflug bevorstand, da hatte selbst der gestandene Mann ein Kribbeln im Bauch.

Drachenfliegen – wenn man erst einmal dabei ist, könne man gar nicht mehr aufhören, sagt der Ratteyer, der vor Kurzem den Verein Drachen- und Kulturfreunde Rattey mitgegründet hat.  Allein wenn so ein Drachen „majestätisch“ abhebt, dann sei das ein Wahnsinnsgefühl. Vor allem, wenn er handgemacht sei – „made in Rattey“ eben.

Echte Handarbeit. Die ist für viele Besucher des Drachenfestes im Landschaftsgarten Broda ganz selbstverständlich. Zum fünften Mal hatte der Stadtteilverein Kultiv aus der Ihlenfelder Vorstadt zum Drachenfliegen eingeladen. Die Neubrandenburger Wohnungsbaugenossenschaft (Neuwoba) gab erneut Unterstützung, auch die Neubrandenburger Drachenfreunde, der Jugendclub Mosaik, die Zeitschrift „Stine und Malte“ und das Kreativhaus Broda halfen mit.

„Wir wollen die Leute mobilisieren, aktiv zu werden“, sagt Marko Bennin vom Kultiv-Verein. Der Hügel über Neubrandenburg ist voller Leute, obwohl sich der Wind an diesem Tag nicht von seiner besten Seite zeigt. Klärchen meint es zwar gut, aber es ist nur ein leichtes Lüftchen zu spüren.

Opa Norbert Schröder und seine Enkelinnen Johanna (6) und Karla (2) haben den selbst gebauten Drachen angesichts der Windverhältnisse lieber gleich zu Hause gelassen. Die Flaute über Broda habe nichts Gutes ahnen lassen, so Norbert Schröder. Daher haben sie kurzerhand einen gekauften ultra-leichten Drachen mitgebracht. Und mit dem haben sie Glück. Er lässt sich vom Wind umspielen, kann die Thermik aufnehmen und flattert auch bei wenig Wind in der Luft.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung