Kinder-Fotografinnen:

Für tapfere Knirpse im Einsatz

Wenn Katja Beetz und Anja Beuse auf den Auslöser drücken, fangen sie oft fröhliche Momente ein. Jetzt wagen sie sich aber an ein Thema, das bei einigen auf Ablehnung stößt.

Anja Beuse und Katja Beetz sind da, wenn sich Eltern in schwierigen Momenten schöne Fotos von ihren Kinder wünschen.
Ingmar Nehls Anja Beuse und Katja Beetz sind da, wenn sich Eltern in schwierigen Momenten schöne Fotos von ihren Kinder wünschen.

Das Leben läuft nicht immer nach Plan. Viele Kinder kommen zur Freude ihrer Eltern gesund und munter zur Welt. Einige tausend, die in Neubrandenburg das Licht der Welt erblickten, hat Katja Beetz fotografiert. Die Kinderkrankenschwester hat in fast 20 Jahren Berufserfahrung aber auch Tragödien miterlebt. Schwerkranke Kinder, Kinder mit Handicaps oder auch Kinder, die tot geboren werden, so genannte Sternenkinder. „Man lernt damit umzugehen, sonst würde man daran kaputt gehen“, sagt die Kinderkrankenschwester.

Die Eltern gehen ganz unterschiedlich damit um. „Einige ziehen sich zurück, wollen über das Thema nicht sprechen. Andere wünschen sich aber eine schöne Erinnerung an ihr Kind“, sagt Katja Beetz. Genau für diese Eltern wollen sie und die Altentreptower Fotografin Anja Beuse da sein. Sie haben sich dem Netzwerk „tapfere Knirpse“ angeschlossen. Der Verein ist entstanden in Anlehnung an die Schweizer Organisation „Herzensbilder“. Überall in Deutschland gibt es Mitglieder, die kostenlose Fotoshootings für schwerkranke Kinder und Kinder mit Behinderungen anbieten.

Sie wollen unbeschwerte Zeit schenken

Dieses recht neue Angebot wollen Anja Beuse und Katja Beetz auch hier in der Region bekannt machen. Die „tapfere Knirpse“-Flyer haben sie bei Hebammen, Kliniken und anderen Einrichtungen verteilt. Wenn Eltern sich schöne Fotos wünschen, stehen sie bereit. „Es geht nicht nur um die Bilder. Wir wollen mit dem Fotoshooting außerhalb einer Klinik, auf einer Wiese oder bei der Familie zu Hause auch eine unbeschwerte Zeit schenken“, sagt Anja Beuse.

Mit dem Fotografieren wollen sie auch dafür sorgen, dass Behinderungen, schwere Krankheiten oder Sternenkinder keine Tabuthemen sind. Aus ihrem Umfeld habe es ganz unterschiedliche Reaktionen dazu gegeben. Gerade das Fotografieren von Sternenkindern stößt auf Ablehnung. „Einige sagen, man sollte das nicht machen. Wichtig ist aber, was die Eltern wollen. Das sollte man akzeptieren. Mir persönlich würde ein schönes Foto in so einer Situation helfen“, sagt die dreifache Mutter Anja Beuse.

Manchmal muss es sehr schnell gehen

Noch sind sie nur zu zweit, die beiden Frauen hoffen aber, dass sich noch weitere Fotografen hier in der Region dem Netzwerk „tapfere Knirpse“ anschließen. Denn manchmal muss es sehr schnell gehen und die berufstätigen Frauen, können auch nicht immer alles stehen und liegen lassen. Wenn das Engagement auf mehrere Schultern verteilt wird, kann man Eltern besser helfen. Mit den kostenlosen Shootings möchten sie kein Konkurrenz-Angebot zu anderen Fotografen machen. Es sollen Herzensbilder sein, die vielleicht im Wohnzimmer der Familien hängen und ausdrücken, dass das Kind einen Platz in der Familie behält.

Eltern oder andere, die sich für den Verein und das Angebot interessieren, finden Informationen und Kontaktdaten zu den Fotografen unter www.tapfere-knirpse.de

 

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