Unfassbar kaltherzig:

Mann liegt blutend auf der Straße und niemand hilft ihm

Mindestens eine halbe Stunde lag ein verletzter Mann hilflos auf einer Neubrandenburger Straße. Nachdem zahlreiche andere Autos vorbeigefahren sind, hat ein Mann endlich das Richtige getan.

 
Georg Wagner  

Schockierendes am frühen Morgen: Auf dem Weg zu seinem Garten fiel dem Neubrandenburger Hans-Jürgen Roewer auf der Rostocker Straße ein Mann auf, der hilflos und blutend auf der Straße lag. Autos fuhren an ihm vorbei, um ihn herum - und niemand half.

So muss der Verletzte schon eine ganze Weile auf Hilfe gewartet haben, erfuhr Roewer, als er dem Mann aufhalf sowie Polizei und Rettungsdienst anrief. Von der Vierrademühle habe sich der blutende Mann schon auf allen Vieren bis in Höhe Kaufland geschleppt. Wie er berichtete, sei er - Fan von Borussia Dortmund - in der Nacht zum Sonntag nach dem DFB-Pokalfinale von Fans der gegnerischen Mannschaft zusammengeschlagen worden.

Überführung bei unterlassener Hilfe schwierig

"Er hatte eine Platzwunde am Kopf und war ganz benommen", berichtet der Helfer. Besonders fassungslos ist er darüber, dass offenbar etwa eine halbe Stunde lang kein anderer Augenzeuge sich um Hilfe bemüht hatte.

Die Polizei erinnert angesichts dieser Ereignisse an den Paragrafen 323c, der das Delikt der unterlassenen Hilfeleistung beschreibt. "Allerdings gibt es da eine enorm hohe Dunkelziffer, weil wir Menschen, die an Opfern von Unfällen oder Gewalttaten einfach vorbei gegangen oder gefahren sind, kaum je überführen können", sagt Karen Lütge, Sprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg.

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