Unfall bei der Bundeswehr:

Gegen einen Soldaten wird ermittelt

Die Feldjäger in Fünfeichen haben, entgegen anderen Informationen, schon in der vergangenen Woche einen Ermittlungsbericht über Fahrer eines Unfallwagens übergeben.

Die Sanitäter hatten nicht mehr viel zu tun, als sie in Fünfeichen eintrafen.
Fabian Henke Die Sanitäter hatten nicht mehr viel zu tun, als sie in Fünfeichen eintrafen.

Der Bundeswehr-Jeep, mit dem Soldaten im Juni auf dem Gelände des technischen Bereichs in Neubrandenburg-Fünfeichen einen Unfall bauten, wurde zum Zeitpunkt des Geschehens ohne dienstlichen Zweck und mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gefahren. Der Fahrer des Autos wurde ebenfalls zweifelsfrei ermittelt – so eine Mitteilung aus der Panzergrenadierbrigade Vorpommern in der Neubrandenburger Tollensee-Kaserne am Freitag.

Der Ermittlungsbericht der Feldjäger sei schon in der vergangenen Woche dem stellvertretenden Brigadekommandeur als dem zuständigen Disziplinarvorgesetzten übergeben, teilte Major Christian Conrad mit. Dieser hat den Bericht ausgewertet und den Sachverhalt in Folge zu weiteren Ermittlungen an die Wehrdisziplinaranwaltschaft (WDA) der 1. Panzerdivision in Oldenburg abgegeben. Diese entscheidet über das weitere Vorgehen.

Major widerspricht eigener Pressestelle

Damit widersprach der Major Auskünften der Pressestelle, aus der es zuvor noch hieß, die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. „Der Eingang des Berichts hätte der Pressestelle bekannt gemacht werden müssen“, gab Conrad zu. Weitere Details zum Unfall und den Ermittlungen wollte die Bundeswehr, mit Rücksicht auf das laufende Verfahren und aus Gründen des Schutzes des betroffenen Soldaten, nicht mitteilen.

Zufällig vorbeispazierende Passanten hatten an einem Abend Ende Juni auf dem Gelände der Bundeswehr in Fünfeichen den Unfall beobachtet. Ein Fahrzeug vom Typ „Wolf“ war dabei ins Schleudern geraten und hatte sich überschlagen. Dabei wurde mindestens eine Person kurzzeitig eingeklemmt und verletzt.

Rettungskräfte durften nicht auf Kasernengelände

Bei Eintreffen der Rettungskräfte weigerte man sich zunächst, diese auf das Gelände der Bundeswehr zu lassen. Erst als der Vorgesetzte der Wache am Einlass erschien, konnte der Rettungswagen passieren. Viel zu tun hatten die Mediziner dann auf dem Bundeswehr-Gelände nicht mehr. Der Verletzte konnte von seinen Kameraden aus dem Fahrzeug gerettet werden, war wohl kurzzeitig „benebelt“ und saß verletzt auf dem Boden, bevor er auf dem Bundeswehrgelände wieder verschwand.

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