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Gemeinden sorgen für Brandfall vor

VonDenny Kleindienst So mancher Feuerlöschteich in der Region ist im Ernstfall nicht zu gebrauchen – schlechte Zuwegung, zu viel Schlamm und private ...

Bürgermeister Hartmut Witt vor dem Schild, das den Teich als Löschteich ausweist. Doch derzeit hofft die Feuerwehr, hier kein Löschwasser entnehmen zu müssen. [KT_CREDIT] FOTO: dk

VonDenny Kleindienst

So mancher Feuerlöschteich in der Region ist im Ernstfall nicht zu gebrauchen – schlechte Zuwegung, zu viel Schlamm und private Eigentümer stellen die Feuerwehren vor Schwierigkeiten. Viele Gemeinden kennen das Problem und wollen handeln.
Letzin/Kastorf.Wenn die Feuerwehr in Kastorf einen Brand löscht und dafür das Wasser aus dem örtlichen Löschteich benutzt, könnte das mehr Schaden anrichten als der Brand selbst. Denn aus dem Schlauch käme dann eine ganze Menge Schlamm. Das sagte Siegfried Kaiser von der Freiwilligen Feuerwehr bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Kastorf. Die Kommune hat daher beschlossen, den Löschteich noch in diesem Haushaltsjahr ausbaggern zu lassen, um die dicke Schlammschicht vom Teichboden zu entfernen. „Das letzte Mal ist das vor mehr als zehn Jahren gemacht worden“, sagt Hartmut Witt, Bürgermeister der Gemeinde Knorrendorf.
Gemeinden sind in der Pflicht, ihre Löschgewässer in Schuss zu halten. „Doch wenn das Geld knapp ist, werden solche Sachen eher stiefmütterlich behandelt“, weiß Hartmut Witt. Viele Teiche sind daher zugewachsen und verschlammen mit der Zeit immer mehr. Im Amtsbereich Stavenhagen wird nach der letzten Löschwasserschau derzeit die Aufgabenliste ausgearbeitet. „Wo wir Alarmstufe Rot sehen, muss zuerst etwas gemacht werden“, sagt Amtswehrführer Gerrit Lange. Die rote Karte gab es für den Löschteich in Ritzerow. Auch er muss ausgebaggert werden. Doch dem Großteil der Teiche wäre schon mit etwas Grünschnitt geholfen, damit die Wehr an das Wasser herankommt. „Im Großen betrachtet, geht’s“, schätzt Gerrit Lange die Lage ein.
Ein echtes Problem sind laut Hartmut Witt auch eher die Orte, die gar keine Löschteiche haben – wie Kleeth. Dort gebe es lediglich eine Zisterne unter der Erdoberfläche, die zwar als „Löschwasserentnahme-Stelle“ gekennzeichnet ist, sich aber auf privatem Grund befindet. Gespräche mit dem Grundstücksbesitzer über die Nutzung der Stelle im Brandfall habe es schon gegeben.
Auch der Gnevkower Bürgermeister Karl Heller klärt den Rückgriff auf private Teiche lieber vorab. Klärungsbedarf gibt es in Liepen. Zwar gibt es einen Feuerlöschteich im Ort, der regelmäßig nachgefüllt wird. Allerdings ist Liepen zweigeteilt und der Ortsteil „Liepen-Siedlung“ liegt deutlich höher. „Wir müssten das Wasser eineinhalb Kilometer hochpumpen“, sagt Karl Heller. Private Teiche vor Ort zu nutzen, ist da im Brandfall Erfolg versprechender. Rechtlich gesehen kann die Feuerwehr bei „Gefahr in Verzug“ jedoch auch ungefragt auf private Gewässer zurückgreifen. Ein akutes Problem bei den Feuerlöschteichen sieht Ordnungsamtsleiterin Claudia Ellgoth im Amtsbereich Treptower Tollensewinkel aber nicht. Lediglich der Grapzower Teich sei sanierungsbedürftig.

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