Glocken-Wechsel in Altentreptow:

Gusseiserne Schwergewichte gehen in Ruhestand

Es ist still geworden in der katholischen Heilig-Kreuz-Kirche in Altentreptow. Kein Glockengeläut ist mehr zu hören. Aber lange wird die Stille nicht anhalten.

Zwischen zwei Schwergewichten: Andreas Kliegel hat die alten Glocken der Altentreptower Heilig-Kreuz-Kirche vor der Entsorgung bewahrt. Bald sollen sie in seinem Garten erklingen.
Gesine Prägert Zwischen zwei Schwergewichten: Andreas Kliegel hat die alten Glocken der Altentreptower Heilig-Kreuz-Kirche vor der Entsorgung bewahrt. Bald sollen sie in seinem Garten erklingen.

Der „Heilige Petrus“ und der „Heilige Nikolaus“ läuten nicht mehr. Nach 85 Jahren haben die beiden Glocken, die diese Namen tragen, in der katholischen Kirche Altentreptow ausgedient. Jetzt stehen die beiden Schwergewichte – sie wiegen immerhin 500 sowie 300 Kilogramm – auf dem Grundstück von Andreas Kliegel. „Sie wären im Schrott gelandet. Da habe ich gesagt, ich nehme sie.“ Kliegels Idee: Ein Glockenstuhl im eigenen Garten. „Vielleicht läuten sie zum Jahreswechsel.“

„Glocken aus Hartgussstahl sagt man eine Lebenszeit von 80 Jahren nach. Dann wird das Material brüchig und Teile könnten herausbrechen. Ein Fachmann empfahl uns, das Geläut auszutauschen“, erklärt Norbert Müller, Pfarrer im Ruhestand.

Am Freitag nun kommen zwei neue Klangkörper. Und die haben eine lange Reise vor sich. Knapp 900 Kilometer werden sie von ihrem Herstellungsort Karlsruhe bis an die Tollense zurückgelegt haben. „Es gibt nur wenige Glockengießereien in Deutschland, die meisten im westfälischen Raum“, begründet Pfarrer Müller die lange Anreise. Die Glocken sind weniger wuchtig als ihre Vorgängerinnen, wiegen zusammen nur noch 430 Kilogramm.

Nach dem Gottesdienst am Sonntag um 14 Uhr werden die Neulinge vom Berliner Weihbischof Wolfgang Weider vor der Kirche geweiht. Dann sollen sie das erste Mal kurz erklingen. Wann sie in den Glockenturm eingebaut werden, ist noch ungewiss.

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