"Nur" Klobrille statt Steinwurf:

Hansa-Randalierer kommt mit Geldstrafe davon

Milder als erwartet fiel das Urteil gegen einen jungen Neubrandenburger aus, der bei einem Fußballspiel an Ausschreitungen beteiligt war. Zugute gehalten wurde ihm auch, schon "genug gestraft" zu sein.

    
Peter Steffen     

Ein Neubrandenburger Fußball-Fan, der sich wegen Randale bei einem Spiel des FC Hansa Rostock verantworten musste, ist am Amtsgericht Neubrandenburg wegen Landfriedensbruchs verwarnt und zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt worden. Damit blieb das Urteil, wie Richter Jörg Landes bestätigt, letztlich unter dem zunächst drohenden Strafmaß, demzufolge eine Jugendstrafe von sechs Monaten möglich gewesen wäre. Der ursprüngliche Vorwurf des "besonders schweren Falls" habe jedoch nicht aufrecht erhalten werden können.

Wie ein Polizeivideo belegt, war der heute 20-Jährige im April 2014 an den Ausschreitungen in der Halbzeitpause eines Drittligaspiels in Rostock gegen RB Leipzig beteiligt. Seiner Darstellung nach sei er praktisch unbeabsichtigt in eine Menschenmenge geraten und habe unter Gruppenzwang "mitgemacht", als eine Vielzahl vermummter Personen von der Südtribüne aus Farbbeutel und Gegenstände in den Fanblock der gegnerischen Mannschaft warfen, anschließend Toilettenanlagen zertrümmerten und die Polizei angriffen.

Auf dem Video sei der junge Mann eindeutig zu erkennen, weil er sich unter dem Einfluss von Pfefferspray kurz die Vermummung vom Gesicht ziehen musste, berichtet Landes. Entgegen dem ursprünglichen Vorwurf sei dem damals 17-Jährigen aber kein Steinwurf nachzuweisen, sondern "nur" eine Attacke mit einer abgerissenen Toilettenbrille.

Kommentare (1)

Der junge Mann hat sich freiwillig vermummt und geriet zufällig in eine Gruppe Berufsvermummter, die ihm unter Strafandrohung Gruppenzwang gegen Polizeikräfte verordneten. Ich hoffe solch Blödsinn spielte beim Strafmaß keine Rolle.