Obdachlose brauchen finanzielle Hilfe:

Hausleiter sammelt fleißig Spenden

Was macht der Chef vom Obdachlosenhaus, wenn das Geld nicht reicht? Er versteht es immer wieder, Spenden zu besorgen. So kann jetzt ein uralter Fahrradständer, der seine besten Zeiten noch in der DDR hatte, ersetzt werden. Aber das ist noch nicht alles.

Der Fahrradständer am Obdachlosenhaus steht so da, als hätte es nie eine Wende gegeben. Jetzt aber soll es Ersatz für das verschlissene Teil geben, René Burmeister (links) informiert Jan Kuhnert über Einzelheiten.
Hartmut Nieswandt Der Fahrradständer am Obdachlosenhaus steht so da, als hätte es nie eine Wende gegeben. Jetzt aber soll es Ersatz für das verschlissene Teil geben, René Burmeister (links) informiert Jan Kuhnert über Einzelheiten.

Wie überall in der Stadt ist die Finanzdecke auch für das Neubrandenburger Obdachlosenhaus kürzer geworden. „Die wichtigen Dinge sind natürlich alle abgesichert. Aber weitere Vorhaben, die den Aufenthalt ein bisschen verbessern, sind nicht möglich“, berichtet René Burmeister, der das Haus leitet. Aber Burmeister wäre nicht Burmeister, wenn ihm nichts einfallen würde, damit es trotzdem vorwärts geht in der Einrichtung, deren Träger der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist.

Darum besuchte ihn jetzt Jan Kuhnert, Gewerkschaftssekretär der IG Metall in Neubrandenburg. Er wollte sich aber nicht nur umsehen im Haus, in dem maximal 46 Frauen und Männer Obdach finden können. Nein, er brachte eine Spende von 500 Euro mit. „Aufgabe der Gewerkschaften ist es nicht nur, Tarifverträge auszuhandeln und für Arbeitsrechtsschutz zu sorgen. Wir kümmern uns auch um das Soziale“, erklärt Jan Kuhnert. Er betont, dass diese Spende aus Beitragsgeldern der Mitglieder stammt.

René Burmeister, praktisch veranlagt, wie er ist, bittet den Gast gleich vor die Tür. Vor einem Fahrradständer, der seine besten Zeiten schon in der frühen DDR gehabt haben muss, bleiben die beiden Männer stehen. „Den wollen wir endlich ersetzen, damit unsere Bewohner ihre Fahrräder gut unterstellen können“, sagt der Leiter des Hauses.

Nicht neu, aber gut in Schuss

Schließlich sind die Bewohner keine vermögenden Menschen – und so ein Fahrrad, sei es noch so alt, hat einen hohen Wert für sie. Der neue Fahrradstand kommt neben den Carport, die Überdachung wird weiter gezogen, die Elektroleitung auch. So stehen die Räder im Trockenen und Licht gibt es auch, beschreibt René Burmeister das Vorhaben.

Der Hausleiter führt Jan Kuhnert gleich weiter in die Küche. Denn dort konnten bessere Möbel und Geräte installiert werden. „Die sind zwar nicht neu, aber sehr gut in Schuss. Die stellte uns das Klinikum zur Verfügung, weil sie die Küche nach der Aufgabe des Hauses in der Külzstraße nicht mehr brauchte“, berichtet René Burmeister.

Wenn die neuen Möbel schnell geholt, passgerecht gemacht und aufgestellt werden konnten, ging auch das nur mit Spendenmitteln. Die kamen in diesem Fall von Daniel Rautenberg, Chef von Daniels Allcar-Tuning- und Kfz-Werkstatt in Brunn. Er übergab 650 Euro, die er mit seinem Team beim Weihnachtsmarkt in seiner Gemeinde erwirtschaftete.

Spenden ermöglichen Malerarbeiten im Haus

„Ich hatte mir das Obdachlosenhaus angesehen und wusste darum, dass die Spende dort gut aufgehoben ist“, erklärt Daniel Rautenberg. Dank der Spende konnte René Burmeister neue Handwerksmaschinen und Gartengeräte anschaffen.

Wird es jetzt wärmer, wird nicht nur der neue Fahrradständer gebaut, im Hauseingang starten auch Malerarbeiten. Die benötigten Farben – auch
das sind Spenden. Die brachte Torsten Koplin, Landtagsabgordneter der Linken.

Gehen René Burmeister die Ideen aus, wenn alles fertig ist? „Natürlich nicht“, lacht er. „Wir wollen zum Beispiel noch eine Grill-Sitzecke für die Bewohner bauen. Bescheiden natürlich – aber so, dass sie auch mal draußen sitzen können“, erklärt er. Günstig für alle Vorhaben ist übrigens ebenfalls, dass die Bewohner immer dabei sind, wenn die Arbeiten zu erledigen sind, ergänzt er.

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