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Hilfe, Mäuse machen sich breit

Vorpommerns Forstleute sind derzeit wirklich nicht zu beneiden. Erst sterben ihnen die Eschen weg, dann halten die Stürme reichlich Ernte, und jetzt auch noch das: Mäusealarm in den Wäldern! 

Golchens Revierförster Uwe Delies: Mit einer Mäuseplage haben wir‘s im Golchener Revier nicht zu tun. Gott sei Dank. 
C. Weinreich Golchens Revierförster Uwe Delies: Mit einer Mäuseplage haben wir‘s im Golchener Revier nicht zu tun. Gott sei Dank. 

Forstarbeiter beherrschen nicht nur den Umgang mit der Motorsäge. Geübt sind sie auch im Aufstellen von Mäusefallen. Das konnten sie im Herbst vergangenen Jahres wieder ausgiebig trainieren. Und danach stand auch im Siedenbollentiner Revier fest: Eine  Mäuseplage ist im Anrollen. „Es wird zunächst immer ein Probefang gemacht, um einen Überblick zu haben“, erklärt Revierförster Burkhard Kraatz die Vorgehensweise. Die Zahl der in den Fallen stecken gebliebenen Nager signalisierte den Grünröcken, dass sich das Mäusepack es schon sehr gemütlich im Wald gemacht hatte.

Der Bollentiner Wald grenzt unmittelbar an Ackerflächen, auf denen zum Zeitpunkt des Verteilens der Mäusefallen die Ernte abgeschlossen war. Und weil es dort nichts mehr zu holen gab, wurde in den Wald übergesetzt. Dort gab es kuschelige  Grasflächen. Im Gras halten sich Feld-, Wald- und Rötelmaus & Co. äußerst gern auf. Hier finden sie genügend Schutz vor ihren natürlichen Feinden zu Lande und zu Boden. Und wenn auf diesen vergrasten Flächen gerade auch noch junge Bäume heranwachsen sollen, ist die Ernährungsfrage gesichert, leben Mäuse im Paradies.

Mit der chemischen Keule gegen die Nager

Daraus wollen die Forstleute die Nager gern vertreiben. „Wir haben nach der Fallenaktion großflächig Köderboxen aufgestellt“, sagt Kraatz. Das sind röhrenförmige Behälter, in denen sich Futter befindet, an dem die possierlichen Tierchen zugrunde gehen, wenn sie’s verzehren. Wenn damit forstwirtschaftlicher Schaden abgewendet werden kann, ist diese „chemische Keule“ nicht verboten. Insbesondere auf Wurzeln und zarten Triebe der jungen Bäume haben es die Plagegeister abgesehen. Dieser Fressgier halten nicht alle Bäume stand.

Dass sich die kleinen Nager so vermehren konnten, liegt an den milden Wintern, warmen und trockenen Sommern. All das ist ideal für die Familienplanung bei Familie Maus. Knackige Fröste mögen sie hingegen gar nicht.