Spendenaktion:

Hilfspakete gepackt, nun fehlt das Porto

Drei Pakete sollen nach Nicaragua. Sie sind prall gefüllt mit Schulmaterialien für die dort lebenden Kinder. Eine Neubrandenburger Lehrerin will die Gaben in Mittelamerika verteilen. Doch die Transportkosten gehen in die Hunderte Euro.

Kurz vor dem Startschuss: Die Mädchen und Jungen können es kaum erwarten, die Pakete zu bestücken.
Paulina Jasmer Kurz vor dem Startschuss: Die Mädchen und Jungen können es kaum erwarten, die Pakete zu bestücken.

Dieses Leben in der Ferne, das macht Celine Korth (11) schon eine wenig Angst. Sie schaut in ihre Tüte, in der sich wahre Schätze befinden. Blöcke, Bunt- und Bleistifte – ein ganzer Haufen. Allesamt für die Kinder, die im fernen Nicaragua leben und versuchen, am Schulunterricht teilzunehmen. Aber diese Schule in Nicaragua ist nicht so ein schönes Gebäude wie es Celine und all die anderen Schüler der Regionalschule Mitte im Katharinenviertel kennen. Sondern sie ist ein „Bretterbau“, und „manchmal noch viel weniger als das“, sagt Lehrerin Monika Krebs. Aber immerhin hätten die Schüler ein Dach,  denn sonst würde die Sonne den Kindern zu sehr auf den Kopf brennen, berichtet sie weiter.

Die Neubrandenburgerin zeigt sich gerührt vom Engagement der Regionalschüler, denn durch die Spendenaktion sind viele Dinge für den täglich Schulgebrauch zusammen gekommen. Viele Kinder haben sich von ihren kleinen Besitztümern getrennt und wollen diese den Kindern in der Ferne überlassen. Und wie viele Schätze es tatsächlich sind, wurde jetzt gezählt, unter anderem: 786 große und kleine Buntstifte, 14 Rollen Knete, 53 Radierer und auch 168 Stück Tafel-kreide. Am Ende sind es drei dicke Pappkartons voll, die ihre Reise nach Mittelamerika antreten werden.

Monika Krebs hat den Kindern geholfen, alles zu verstauen. Zunächst mussten die Spenden in drei gleich große Teile getrennt werden, denn Monika Krebs wird während der Winterferien in Deutschland nach Nicaragua reisen und dort drei Schulen auf dem Land besuchen.

Das macht sie übrigens schon seit Jahren. Einst hat sie zwei Jahre lang in dem spanisch-sprachigen Land gelebt. Im Zuge eines Aufenthaltes in den 1980er Jahren hat sie deutschsprachige Kinder unterrichtet, deren Eltern in Nicaragua ein Ausbilungszentrum aufbauten. Die 30 DDR-Bürger machten dies als Mitglieder einer Freundschaftsbrigade (der Nordkurier berichtete).

Das ist für den elfjährigen Lucas Goede unvorstellbar. Wie wohl das heutige Schulleben eines Gleichaltrigen dort aussieht? „Ich gehe hier gern zur Schule – am liebsten zum Musikunterricht“, sagt er frank und frei. Und da wolle er auch, dass andere Kinder ordentlich lernen und arbeiten können.

Celine Korth hat Mitleid mit den Schülern, die in ihrem Alter sind. Was man so alles im Fernsehen sieht, sagt die Elfjährige, die aber nicht lange gezögert hat, ihren Bestand an Schul-sachen zu durchforsten. „Ich habe ja auch so viele Stifte“, sagt die junge Neubrandenburgerin, die gern etwas von ihrem Fundus abgibt und in den Paketen stapelt.

Doch ob die Pakete es wirklich bis nach Nicaragua schaffen, steht noch in den Sternen. Denn die Portokosten sind nicht unerheblich. Zwar gibt es auch Geldspenden seitens der Lehrer, aber so viel können sie nicht berappen. Die Transportkosten würden etwa 400 Euro betragen. Dabei müssten die Pakete eigentlich noch vor Weihnachten verschickt werden. Monika Krebs könnte dann auch wirklich sicher gehen, dass sie im Februar in Mittelamerika ankommen und sie den Inhalt auch verteilen kann. „Zur Not bleiben sie bei meinem guten Freund – er ist Polizist – und werden erst bei meinem nächsten Besuch geöffnet – das wäre aber erst 2015“, sagt Monika Krebs. Das wäre nun kein Beinbruch. Hauptsache, die Gaben kämen überhaupt erst einmal nach Nicaragua, aber toll wäre es, wenn für die Kinder schon im Februar Bescherung sein könnt.

Die Regionalschule Mitte, samt Kindern, Lehrern und Eltern bittet daher um finanzielle Unterstützung, damit die Portokosten bezahlt werden können.

Wer diese Aktion unterstützen möchte, kann sich in der Schule melden, unter Telefon 0395 555 1201.