Am Franziskanerkloster hat Wappen-Fenster keinen Platz mehr:

Hingucker in Blei und Glas geht nicht verloren

Wo ist das Wappen geblieben? Ein Leser hat die Redaktion auf die Suche geschickt nach einem kleinen Fenster, das sich bis vor einigen Monaten im Franziskanerkloster befand. Zur Zeit ist es eingelagert, aber sein Ebenbild kann man in der Glaserei Peper bewundern.

Horst Peper zeigt das Neubrandenburger Wappen in Bleiglas, das bis heute in der Glaserei hängt. Es war die Vorlage für das Wappenfenster im Franziskanerkloster.
A. Brauns Horst Peper zeigt das Neubrandenburger Wappen in Bleiglas, das bis heute in der Glaserei hängt. Es war die Vorlage für das Wappenfenster im Franziskanerkloster.

Einem offenbar verschwundenen Kunstwerk trauert der Neubrandenburger Dieter Schimmel nach. Im April entdeckte er am Ostgiebel des Franziskanerklosters ein Fenster mit dem Neubrandenburger Wappen in Bleiglasfassung. „Ich dachte erfreut: Schau mal, ein echter Hingucker“, schreibt er. Als er allerdings am 10. September zur Eröffnung des Museums kam, war das Wappen-Fenster nicht mehr da. „Ist es kaputtgegangen oder passte es nicht mehr in die alte Fassade?“, fragt sich Dieter Schimmel.

Mit der zweiten Vermutung liegt er in gewisser Weise schon richtig. „Am Ostgiebel des Refektoriums gab es über die Jahrhunderte vielfache Veränderungen. Die letzte Restaurierung war Ende der 70er Jahre und da wurden diese drei kleineren Fenster eingebaut, das mittlere mit dem Wappen“, erklärt Stadtdenkmalpfleger Harry Schulz. Bei der jetzigen Sanierung habe man sich entschlossen, das zuvor große Fenster wieder zu „öffnen“. „Da war das kleine Fenster übrig, es ist im Museum eingelagert“, sagt er. Dort muss es nicht zwangsläufig für immer bleiben, aber aktuell gibt es keine Pläne, es zu zeigen oder irgendwo einzubauen.

Nach dem gläsernen Wappen befragt, muss Glasermeister Horst Peper nicht lange überlegen. Es entstand in den 70er Jahren in seiner Werkstatt nach einer Vorlage, die schon zuvor in der Glaserei angefertigt worden war. Diese Vorlage gibt es noch, das Bleiglas-Wappen ist von der alten Werkstatt in der Großen Wollweberstraße mit umgezogen auf den Bethanienberg, wo es bis heute an einem Fenster zu bewundern ist. Wenn die Sonne durchscheint, sind die Details des Stadttores mit Türmchen, Zinnen und Helm darüber besonders gut zu erkennen. Angefertigt hatte die Glaserei das Wappen nach einer kleinen Abbildung auf dem Buch „Geschichte der Vorderstadt Neubrandenburg in Einzeldarstellungen“ von Karl Wendt, das Horst Pepers Vater besaß.

„Das wird heute im Prinzip noch genauso gemacht wie damals. Wir haben nur das Blei früher selbst gegossen und gezogen, heute kriegt man es fertig gezogen in Kisten“, erklärt Horst Peper, der das Rentenalter zwar lange erreicht und das Geschäft vor Jahren an seinen Sohn übergeben hat, aber trotzdem jeden Tag zum Arbeiten in die Werkstatt kommt. Das alte Gerät zum Bleiziehen steht dort noch. Die Glasmalerei sei damals ebenfalls in der Werkstatt gemacht worden, dann habe man sie brennen lassen, damit sie beständig wird. Auch den mecklenburgischen Ochsenkopf habe man mehrmals in Bleiglas verewigt.

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