Rätsel um Baracken:

Höchstbieter dürfen Egons Baracke kaufen

Die geschichtsträchtigen Schwichtenberger Gebäude sind für viel Geld versteigert worden. Doch Beobachter der Auktion wussten im Anschluss Erstaunliches zu berichten. Nun hat sich das Schweriner Innenministerium geäußert.

So idyllisch sah es auf dem Gelände der Schwichtenberger Baracken noch im Sommer aus. Jetzt ist die Immobilie bei einer Auktion unter den Hammer gekommen. Die Käufer wurden auch vom Innenministerium geprüft.
Foto/Archiv: privat So idyllisch sah es auf dem Gelände der Schwichtenberger Baracken noch im Sommer aus. Jetzt ist die Immobilie bei einer Auktion unter den Hammer gekommen. Die Käufer wurden auch vom Innenministerium geprüft.

 Jetzt liegt der Notarvertrag für Egons Baracken in Schwichtenberg dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte vor. Der Landkreis hatte bisher keinerlei Wissen über die neuen Besitzer. „Erst nach Mitteilung des Notars zur Fälligkeit des Kaufpreises erfolgt von uns eine Kontaktaufnahme mit den Erwerbern zur Übergabe der Immobilie“, hieß es. Und es gibt grünes Licht für den Besitzerwechsel.

Zur Erinnerung: Um jene Höchstbieter, die vor einigen Wochen in Berlin dafür gesorgt haben, dass die Immobilie am Dorfrand für einen sagenhaften Preis von 35 500 Euro ihren Besitzer wechselte (der Nordkurier berichtete), rankt sich ein Geheimnis. Bei einem Mindestgebot von 5000 Euro gab es gleich mehrere Interessenten für die 16 Gebäude auf dem rund 44 000 Quadratmeter großen Grundstück. Damit hatte niemand gerechnet.

Es war eine regelrechte Bieterschlacht

Ein Mitbieter hatte sich nach der Auktion beim Nordkurier gemeldet und seine Beobachtungen geschildert. Demnach hatte sich die Versteigerung der Baracken zu einer regelrechten Bieterschlacht entwickelt, die zu einer Versiebenfachung des Kaufpreises führte und bei der erst bei den besagten 35 500 Euro der Hammer fiel. Wer die Käufer sind, ist in der Region noch nicht bekannt. „Die Höchstbieter sehen nicht aus wie Tourismusmanager“, hatte der Mitbieter anschließend berichtet.

Es handelt sich stattdessen um vier junge Männer im Alter von etwa 25 bis 35 Jahren. Von den vier jungen Männern seien zwei eher nordafrikanische Typen, meint er. Einer von ihnen mit Irokesenschnitt, einer mit kahlem Kopf und der nächste mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „no religion“. Die Männer seien schwer einzuordnen gewesen, hätten aber kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie die Immobilie gemeinschaftlich erwerben wollen. Das Ganze seien natürlich nur Äußerlichkeiten, so der Beobachter.

Kreis hatte lange nach Käufer gesucht

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hatte vor der Auktion lange vergeblich versucht, einen Käufer zu finden. Als Besitzer der Immobilie hat sich der Kreis vorbehalten, dem Kauf zuzustimmen. Nach der Auktion wurde der Verkauf genehmigungsrechtlich geprüft, auch nach Verfassungsschutz-Kriterien. Jetzt hat sich das Innenministerium gemeldet: Es gibt keine Gründe, die gegen einen Verkauf an die Interessenten sprechen, heißt es von dort.

Die Schwichtenberger werden weiterhin genau beobachten, was mit den Baracken, in die in den vergangenen Wochen immer wieder Vandalen eingestiegen waren, passiert. Einige Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Der Verfall auf dem Gelände ist inzwischen augenscheinlich. Einige Anlagen entstanden schon 1936. Bekannt wurden die Baracken aber zu DDR-Zeiten durch das FDJ-Projekt Friedländer Große Wiese und den Roman „Egon und das achte Weltwunder“ von Joachim Wohlgemuth. Wer Egons Komplex heute wieder auf Vordermann bringen will, muss eine Menge Geld in die Hand nehmen und ein gutes Konzept mitbringen.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung