Kunstprojekt macht Station in Neubrandenburg:

Hölzerne Gestalten beziehen Winterquartier im Klosterhof

Sie sind seit Monaten auf Reisen und legen jetzt in Neubrandenburg eine Winterpause ein. Sieben Skulpturen freuen sich jetzt auf Besucher im Museum.

Angekommen: Vom Bahnhof ging „Die Reise der Wartenden“ noch weiter bis zum Franziskanerkloster, wo die Skulpturen ihr Winterquartier beziehen.
Anke Brauns Angekommen: Vom Bahnhof ging „Die Reise der Wartenden“ noch weiter bis zum Franziskanerkloster, wo die Skulpturen ihr Winterquartier beziehen.

Die ältere Dame blickt verwundert auf die seltsamen Reisenden, die gerade mit dem Zug angekommen sind und für ein Foto Aufstellung genommen haben. Gut angeschnallt auf Sackkarren, blicken die sieben Gestalten in ihre neue Heimat auf Zeit, bereit fürs nächste Abenteuer. Die ältere Dame lässt sich das Kunstprojekt zu „Die Reise der Wartenden“ kurz erklären und erfährt, dass die lebensgroßen Holzskulpturen seit einigen Monaten von Ort zu Ort reisen. Jetzt legen sie in Neubrandenburg eine Pause ein.

Gesehen hat sie so mancher schon am Dienstag auf ihrer Reise vom Bahnhof ein Stück die Stargarder Straße hinauf und dann ins Museum im Franziskanerkloster. Nach Klempenow, Greifswald, Stralsund, Rostock, Sczcecin (Stettin) und Pasewalk ist Neubrandenburg die siebte Station für die Skulpturen. „Wir fühlen uns geehrt“, begrüßt Museumschef Rolf Voß Bildhauerin Christina Rode aus Wietzow am Tollensetal und ihre Helfer am Bahnhof. Die Künstlerin gewinnt immer neue Paten für das Projekt – auch aus ganz praktischen Gründen, denn die schweren Kunstwerke müssen auf Sackkarren zu ihren Bestimmungsorten gebracht werden.

Christina Rode ist fasziniert, welche Eigendynamik das Projekt entwickelt hat, wie es sich ständig verändert. Standen anfangs nur zwei Stationen fest, ergaben sich im Laufe der Zeit immer neue. Es sind Tagebücher gefüllt worden, in die die Paten Geschichten aus Sicht der Skulpturen schreiben. Inzwischen entsteht auch zu jeder Station eine Postkarte und es gibt im Internet einen Blog. Christina Rode hat ziemlich lange überlegt, ob sie mit ihrer Kunst auf diese Weise in die Öffentlichkeit geht. Das sei schon eine „künstlerische Gratwanderung“, meint sie. Aber eine, die sich lohnt, wie sie immer wieder feststellt, wenn sie erlebt, welche Begegnungen entstehen, wenn Menschen in ihrem Alltag auf Kunst treffen.

Wenn die Skulpturen jetzt auf dem Hof des Franziskanerklosters ihr Winterquartier unter einem Glasdach beziehen und ihrem Namen als Wartende alle Ehre machen, hat Christina Rode Zeit, in ihrem Atelier zu arbeiten. Im Frühjahr geht‘s weiter, Potsdam steht schon fest als eine nächste Station. „Geplant ist, dass ich nach Europa und in die Welt damit gehe. Aber ob ich das schaffe, weiß ich nicht“, sagt sie. Bis maximal 2017 solle die Reise dauern.

Bis sie wieder startet, haben Neubrandenburger und Gäste bis März Gelegenheit, sich auf die Wartenden einzulassen. Das Museum ist täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, über Weihnachten nur am zweiten Feiertag.

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