Änderungen zu 2015:

IHK senkt Beiträge auch für kleine Unternehmen

Ab dem kommenden Jahr steht vielen Firmen der Region eine finanzielle Entlastung ins Haus, die eher symbolisch ausfällt.

Die Hälfte aller Unternehmen können sich über eine Senkung ihrer Beiträge freuen.
Uwe Zucchi Die Hälfte aller Unternehmen können sich über eine Senkung ihrer Beiträge freuen.

„Diese Beitragssenkung kommt der Hälfte aller Unternehmen zugute“, verspricht Wolfgang Blank, Präsident der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg (IHK). Nach einem Beschluss der im Frühjahr neu gewählten Vollversammlung sollen ab 2015 die Grundbeiträge für die rund 24  000 Unternehmen zwischen Müritz und Bodden gesenkt werden. „Das mag für manchen bloß eine symbolische Summe sein. Insgesamt entlasten wir die Wirtschaft aber um rund 165 000 Euro“, erläutert Blank. Nutznießer sind laut IHK rund 12  500 Firmen in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald.

Kontroverse Debatte bei Vollversammlung

„Es ist der Wunsch der Unternehmen, hier mit Augenmaß vorzugehen“, ergänzt IHK-Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch. Allerdings habe es in der Vollversammlung eine kontroverse Debatte über Umfang und Nutzen der Reduzierung gegeben. Der Plan sei schließlich mit großer Mehrheit der 42 Unternehmer beschlossen worden. Nutznießer seien diesmal auch die Firmen, die wegen ihrer niedrigen Gewinne von der letzten Reduzierung im Jahr 2008 nichts oder wenig hatten.

Laut Tabelle für 2015 liegt künftig der niedrigste Grundbeitrag bei 45 Euro pro Jahr statt bisher bei 50 Euro. Damit liege Neubrandenburg unter dem Bundesdurchschnitt. Über die verschiedenen Beitragstufen verteilt, die nach Höhe der Gewinne bemessen werden, betrage die Einsparung zwischen fünf und zehn Prozent. „Es ändert sich nichts daran, dass rund 40 Prozent aller Unternehmen wegen ihrer niedrigen Ertragskraft überhaupt keine Beiträge zahlen müssen“, erklärt Haasch.

6,5 Millionen Euro Rücklagen

Bundesweit tobt seit einigen Jahren eine Debatte über die Höhe der IHK-Beiträge. Gegner der Zwangsmitgliedschaft in den Kammern fordern eine kräftige Entlastung bei den Beiträgen oder sogar Rückerstattungen bereits gezahlter Gelder. Aufreger sind vor allem die Vermögen, die die Kammern auf der hohen Kante haben. Die Höhe der Rücklagen in Neubrandenburg liegt laut Haasch bei rund 6,5 Millionen Euro, darunter 2,1 Millionen für ungeplante Ausgaben. Damit solle verhindert werden, dass die IHK aus zuvor unkalkulierbaren Gründen Bankkredite aufnehmen müsse, um ihre Aufgaben erfüllen zu können.

Diese Liquiditätsreserve in Neubrandenburg werde bis 2018 aufgelöst, kündigt Haasch an. Damit folge die Kammer der aktuellen Rechtslage. In einem Urteil hatte erst vor wenigen Tagen das Oberverwaltungsgericht Koblenz der dortigen IHK per Urteil ins Stammbuch geschrieben, rechtswidrig ein Vermögen in Millionenhöhe angehäuft zu haben statt das Geld zur Finanzierung gesetzlicher Aufgaben einzusetzen.„Wir sehen es nicht als unsere Aufgabe an, wie eine Bank hohe Vermögen anzusammeln“, betont Haasch. Deswegen werde die Beitragssenkung teilweise aus der Rücklage finanziert.

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