Konflikt schwelt weiter:

In Tierheim-Diskussion kehrt noch immer keine Ruhe ein

Nichts falsch gemacht, Rücktritt kein Thema – Kurt Kadow scheut auch nach seiner Niederlage bei der Entscheidung übers Tierheim keinen Konflikt.

Wie es in der Bergstraße weiter geht, ist auch für Tierpflegerin Maria Hausmann eine dringliche Frage. 
Susanne Schulz Wie es in der Bergstraße weiter geht, ist auch für Tierpflegerin Maria Hausmann eine dringliche Frage.

Die Entscheidung der Stadt, den Betrieb des Tierheims künftig dem Sozial- und Jugendzentrum Hinterste Mühle zu übertragen, kam nicht unerwartet. Die Diskussionen um die Neuausschreibung und deren Vorgeschichte – geprägt von unerquicklichen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt und dem Tierschutzverein, der seit 1998 das Haus in der Bergstraße betrieben hatte – reißen damit allerdings längst nicht ab.

Hinterste-Mühle-Geschäftsführer Guntram Prohaska will sich davon nicht beeindrucken lassen. Am
30. März soll eine Übergabe erfolgen, um zum 1. April gut gerüstet zu sein. Natürlich bedeute die neue Aufgabe eine Mehrbelastung, jedoch erwartet Prohaska auch Synergien beim Einsatz der Tierpfleger – schließlich gehört zur Hintersten Mühle traditionell ein Tierhof für „alles außer Hunde und Katzen“. Die bislang beim Tierschutzverein angestellten Tierheim-Mitarbeiter hatten die Möglichkeit, sich bei dem Freizeitzentrum zu bewerben.

Die städtische Pflichtaufgabe, ein Tierheim zu betreiben, war nach immer wieder aufflammenden und im vergangenen Herbst eskalierten Konflikten mit dem Tierschutzverein, namentlich dessen Vorsitzendem Kurt Kadow, neu ausgeschrieben worden. Die erneute Bewerbung des Vereins wurde mit dem Verweis auf „Zweifel an der Eignung“ abgewiesen. Gegen diesen Bescheid habe er Widerspruch eingelegt, darauf aber noch keine Reaktion erhalten, erklärte Kadow am Montag auf Nordkurier-Nachfrage.

„Wir haben an keiner Stelle etwas falsch gemacht“, beharrt er. Den Vertragsbruch habe aus Kadows Sicht jedoch nicht der Verein, sondern die Stadt begangen, als sie seine symbolhafte Schlüssel-Rückgabe als Aufkündigung des Vertrages betrachtete und einen Neubeginn in die Wege leitete. Dem Vertrag zufolge müsse die Stadt die Kosten für den Tierheim-Betrieb tragen; auch wenn die – unter anderem durch erhöhte Müllgebühren und sinkende Spenden – unvorhersehbar gestiegen seien. Den Vorwurf ungeordneter finanzieller Verhältnisse weist Kadow ebenso zurück.

Der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen

„Man kann mich ruhig angreifen, ich kann alles belegen“, sagt Kadow und will am Freitag um 9 Uhr im Tierheim der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen. Der OB habe bereits abgesagt, lässt der Vereinschef wissen. Eingeladen seien indessen auch Stadtvertreter, Tierschutzbund und interessierte Bürger. Was Kadow von der Zusammenkunft erwartet? „Ich will einiges klarstellen“, kündigt er an.

Wie es denn die Hinterste Mühle nun besser machen solle als der Tierschutzverein – diese Frage wird auch in den sozialen Netzwerken nach wie vor heftig diskutiert. „Die Messen sind gesungen und nun muss der neue Betreiber zeigen, was er kann. Es bringt nichts, alles im Vorfeld schlecht zu reden“, mahnen Kommentatoren wie Margret Kuhlmann auf der Facebook-Seite des Nordkurier.

 

Kommentare (2)

Wer seinem Auftraggeber "symbolisch" kündigt, macht diesem klar, was er von ihm hält. Da ist keine Zusammenarbeit mehr möglich.

Das wollte die Stadt. Der Tierschutzverein hat nur versucht die realen Kosten von der Stadt zu erhalten. Die das betreiben eines Tierheims kostet. Und ja Hunde und Katzen sind nicht eben gerade günstige zeit genossen. Schon gar nicht wenn sie von Menschen mißhandelt worden sind. Und das kostet Geld. Aber die liebe Politik rechnet ja immer die kosten schön, und wälzt es gerne auf das Ehrenamtlich Mitarbeit ab. Leider ist das Betreiben eines Tierheims aber Pflichtaufgabe und auch damit die Erstattung der Kosten. Das kann ja jetzt durch die eigene Firma der Stadt und dem Geflecht von Unternehmen schön verschleiert werden.