Debatte über Elfgeschosser in Neubrandenburg:

Investor stellt Hochhaus nicht in Frage

Was geschieht mit dem Wohnblock in der Waagestraße? Die Stadt gibt keine Überlebensgarantie für den Elfgeschosser.

So soll das Mariencarré an der Waagestraße aussehen: Links sind Geschäfte geplant, rechts ein Supermarkt, ein Café und ein mehrstöckiges Parkhaus. 
KUNST+HERBERT So soll das Mariencarré an der Waagestraße aussehen: Links sind Geschäfte geplant, rechts ein Supermarkt, ein Café und ein mehrstöckiges Parkhaus. 

Mit deutlichen Worten macht Martin Ahrens klar, dass sein Unternehmen mit dem Hochhaus in der Waagestraße leben kann. „Von uns aus kann der Elfgeschosser bis in alle Ewigkeit stehen!“ Ahrens ist einer der Geschäftsführer der Achim Griese Treuhandgesellschaft, die das sogenannte südliche Marktquartier in Neubrandenburg, also die Fläche des jetzigen Hotels Radisson Blu und den dahinter liegenden Parkplatz, erworben hat. Die Investoren wollen dort ein Geschäfts- und Bürogebäude, einen Supermarkt sowie ein Parkhaus errichten.

Die Tatsache allerdings, dass die Neubrandenburger Stadtvertreter eine Debatte über den Bebauungsplan für das Quartier von der Tagesordnung zweier Ausschüsse genommen haben und damit unwahrscheinlich erscheint, dass Anfang September die Auslegung dieses Planes beschlossen wird, sorgt für Unmut beim Investor. Im Rathaus kann man die Bedenken der Investoren verstehen und ist über die Ablehnung der Stadtvertreter, den Bebauungsplan zu beraten, verwundert. „Die Auslegung des Planes hat ja gerade zum Ziel, dass sich Träger öffentlicher Belange wie die Neuwoges zu dem Vorhaben äußern und ihre Bedenken geltend machen können“, verdeutlicht Oberbürgermeister Silvio Witt. Das bedeute nicht freie Bahn für den Abriss, sondern diene der Meinungsbildung, wie es an diesem Standort weitergehe.

Eine Überlebensgarantie für das Hochhaus in der Waagestraße kann Neubrandenburgs Stadtoberhaupt aber nicht geben. Das liege nicht an den Plänen für das Mariencarré, sondern am Städtebaulichen Rahmenplan für die Innenstadt, den die Stadtvertreter in seiner jetzigen Version 2009 beschlossen haben. Darin sei der Elfgeschosser als städtebaulicher Missstand aufgeführt. Die Stadt sei gezwungen, sich mit dem Schicksal dieses Wohnhauses auseinanderzusetzen.

Kommentare (1)

Dieses Hochhaus war seit seiner Errichtung zu DDR-Zeiten ein städtebaulicher Missstand und nicht erst seit 2009. Schade, dass man noch nach 1990 in dieses Hochhaus investierte.