Rosenower Riese fährt zum Wettbewerb:

Ist der dick, Mann!

In Rostock soll entschieden werden, ob der Kürbis von Familie Reißmann das größte und schwerste Exemplar unter seinesgleichen ist. Nach der Ausstellung kehrt der orangene Gigant noch einmal in seine Heimat zurück, bevor es ihm an den Kragen geht.

In der Nachbarschaft in Rosenow sorgt der Riese für Neugier. Es wird spekuliert, ob er größer oder kleiner ist als der vom vergangenen Jahr.
Caroline Kern In der Nachbarschaft in Rosenow sorgt der Riese für Neugier. Es wird spekuliert, ob er größer oder kleiner ist als der vom vergangenen Jahr.

Familie Reißmann steht vor dem Garten und wartet. Wo bleibt der Kran? Da, mit ein wenig Verspätung ist das Fahrzeug in Rosenow eingetroffen. Allen Beteiligten fällt ein Stein vom Herzen oder besser ein Riesenkürbis.

Seit nunmehr 100 Tagen opferte die Familie Reißmann fast ihre gesamte freie Zeit zur Pflege des Riesen. An diesem Donnerstag wird er abgeholt, um in Rostock auf dem Riesenkürbiswettbewerb ausgestellt zu werden. „Ich denke, wir werden ganz gut abschneiden“, hofft Karin Reißmann auf einen der ersten drei Plätze.

Auf schätzungsweise 450 bis 470 Kilogramm hat es der orangene Gigant geschafft, schätzt Daniel Reißmann, der Ziehvater des Kürbisses. „Ganz genau wissen wir das Gewicht erst in Rostock.“ Die Waage des Krans habe sich im letzten Jahr ziemlich vertan, daher wolle man sich in diesem Jahr nicht verunsichern lassen.

Heißes Jahr sorgte für schwierige Bedingungen

Zusammen mit seinen beiden Kindern hat der 33-Jährige die Kürbissamen der Sorte "Atlantic Giant" in seiner Wohnung in Rostock groß gezogen. Aus Platzgründen wurden die Pflanzen dann aber in den Garten seiner Mutter Karin Reißmann nach Rosenow gebracht, die sich als gelernte Gärtnerin besonders gut um den Wettbewerbskürbis kümmern kann. Doch nur unter der Woche. „An den Wochenenden kommt Daniel immer mit seinen Kindern her“, erzählt sie. Darüber freue sie sich natürlich besonders, da sie so ihre Enkelkinder oft zu Gesicht bekomme.

Die Wachstumsbedingungen für den Riesenkürbis waren in diesem Jahr durchaus schwierig, denn es war heiß, sehr heiß, blickt Karin Reißmann zurück. Bis zu 50 Grad musste der Einjährige zeitweise in seinem eigens für ihn gebauten Gewächshaus aushalten. Eine derartige Witterung sorge dafür, dass zu viele Nebentriebe entstünden, die als Konsequenz zu schwach sind und schnell brechen, erklärt sie.

Freude auf die Kürbis-Bowle

Egal, jetzt ist er groß und wird auf den Laster gehievt. Reges Interesse weckt diese Aktion natürlich auch bei der Nachbarschaft. „Ich würde sagen, er ist ein wenig kleiner als der vom Vorjahr“, schätzt Nachbarin Silvia Kressow-Geske. Sie wohnt direkt gegenüber Familie Reißmann und war schon in den vergangenen Jahren stets mit dabei, wenn die Reißmanns einen „Atlantic Giant“ auf die Reise nach Rostock schickten.

Wenn der Riese auf einem der ersten drei Plätze landen sollte, steht er nun möglicherweise eine ganze Woche zum Bestaunen bei der Ausstellung in einem Gartenbaumarkt in Rostock. Um dann erneut auf Reise zu gehen – zurück nach Rosenow. Beim diesjährigen Erntedankfest sollen alle Nachbarn wieder ein Stück abbekommen.

Besonders freut sich die Nachbarin auf die äußerst schmackhafte Kürbis-Bowle. Karin Reißmann und ihre Familie werden hingegen vorwiegend süß-sauer eingelegten Kürbis und Kürbissuppe daraus machen – sofern nach dem Fest noch etwas übrig bleibt.

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