Unterstützung aus Neubrandenburg für Taifun-Opfer:

Jeder Cent in der Kokosnuss hilft auf den Philippinen

Not und Elend sind in weiten Teilen der Philippinen an der Tagesordnung, nachdem ein Taifun große Teile des Inselstaates verwüstet hat. Auch in Neubrandenburg und Umgebung gibt es Menschen, die helfen wollen. Zumal sie ihre Wurzeln auf den Philippinen haben und dort noch viele Verwandte leben.

Warfe Ann Borth (rechts) hält die Spenden-Kokusnuss in den Händen. Wenn sie sich mit ihrer Freundin Rhea Herzig, die auch von den Philippinen stammt, trifft, sprechen sie sich gegenseitig Mut zu.             
Hartmut Nieswandt Warfe Ann Borth (rechts) hält die Spenden-Kokusnuss in den Händen. Wenn sie sich mit ihrer Freundin Rhea Herzig, die auch von den Philippinen stammt, trifft, sprechen sie sich gegenseitig Mut zu.  

"Ich kann gar keine Nachrichten mehr über den Taifun auf den Philippinen sehen, ich muss immerzu weinen", sagt Warfe Ann Borth traurig. Und glücklich zugleich. Denn Ihre Eltern und ihr Bruder, die in Cebu City auf der Insel Cebu leben, sind gesund. Sie haben "Hayian", den schlimmsten Taifun der seit Menschengedenken über die Philippinen tobte, ohne Verletzungen überstanden.

Aber Anns Großmutter, ihre Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen - insgesamt 40 Menschen - haben kein Obdach mehr. Der Taifun zerstörte ihre sieben Hütten, vernichtete die Ernte. Die Verwandten leben auch auf der Insel Cebu, aber ganz im Norden, in der Provinz Medellin. Da tobte der Taifun, der über die mittleren Inseln der Philippinen peitschte, viel schlimmer, weiß Warfe Ann Borth.

Die junge Frau, die seit knapp zwei Jahren in Neubrandenburg lebt, machte am 8. November, dem Tag der Katastrophe, von 11 bis 3 Uhr nachts kein Auge zu. Sie hörte Lokalnachrichten aus ihrem Land, konnte im Lautsprecher sogar den Sturm hören, hatte nichts als Angst... Schließlich konnte sie mit den Eltern telefonieren - da war endlich die Ungewissheit vorbei.

Lähmen ließ sich Ann nicht von der Angst, sie will helfen und das tut sie auch. "Ich spende fünf Prozent meines Umsatzes", erzählt sie. Und im Studio "Belissima" in der Stargarder Straße 10 in Neubrandenburg, in dem sie die Kunst der Philippinischen Massage pflegt, steht eine kunstvoll verzierte Kokosnuss. "Dort kann jeder, der helfen möchte, einen kleinen Beitrag reinstecken", sagte Warfe Ann Borth. Sie schickt das Geld direkt und sofort zu ihrer Familie auf die Insel Cebu, "Damit sie sich Reis kaufen können, sie haben Hunger", weiß Ann.

Weiterführende Links