Straßenwärter sind bereit für den Winterdienst:

Jetzt kann der Schnee kommen

Bisher war das Salz nie aufgebraucht. Aber wer weiß, welche Überraschungen der anstehende Winter bereithält? Die Straßenmeisterei Neubrandenburg hat einen Technik-Check gemacht. Das heißt aber nicht, dass die Mitarbeiter den Winter herbeisehnen.

Dirk Nehls öffnet die Tore der Streustoffhalle. Hier lagern 900 Tonnen grobkörniges Salz. Im vergangenen Winter hat es locker gereicht. Doch es gab schon Winter, wo viel nachbestellt werden musste.
Ingmar Nehls Dirk Nehls öffnet die Tore der Streustoffhalle. Hier lagern 900 Tonnen grobkörniges Salz. Im vergangenen Winter hat es locker gereicht. Doch es gab schon Winter, wo viel nachbestellt werden musste.

 „Die Rückwand haben wir noch nie gesehen“, sagt Dirk Nehls zuversichtlich. Der technische Angestellte der Straßenmeisterei Neubrandenburg öffnet die Tore der großen Streustoffhalle im Gewerbegebiet „Am Waldrand“. Ein großer weißer Berg reicht fast bis zum Hallendach. 900 Tonnen Salz werden hier gelagert. Das Salz ist grobkörniger als das, was man in der Küche verwendet. Vom vergangenen Winter sind noch einige Tonnen übrig geblieben.

Das hat aber nichts zu sagen, weiß Dirk Nehls. Denn im knackigen Winter 2013 musste Salz nachgeordert werden. Das Wetter hält halt ständig Überraschungen bereit. „Wir waren aber auch damals nie leer gefahren“, erinnert sich Dirk Nehls zurück.

Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei können zwar nicht hellsehen, sich aber gut vorbereiten. Darum stehen beim „Tag der Winterbereitschaft“ alle Fahrzeuge auf dem Hof und werden einem Technik-Check unterzogen. Den gab es auch schon im Sommer, aber sicher ist sicher. Die Neubrandenburger Straßenmeisterei kümmert sich um 122 Kilometer Bundesstraße, 142 Kilometer Landesstraße und 13 Kilometer Radweg rund um Neubrandenburg. Alle Autofahrer, die aus dem Speckgürtel oder von weiter her einpendeln und auspendeln, müssen sich also auf die Straßenmeisterei verlassen können. In der Stadt selbst ist das Städtische Immobilienmanagement für das Räumen und Säubern der Straßen verantwortlich.

Bei Schnee steht Schichtdienst an

Dass die Straßenmeisterei für den Winter gerüstet ist, heißt nicht, dass sich die Mitarbeiter Schnee und Eis herbeiwünschen. Denn mit dem Schnee steht Schichtdienst an. „Wir arbeiten dann in zwei Schichten. Wenn es sein muss, auch 24 Stunden“, sagt Dirk Nehls. Momentan sind die 22 Straßenwärter, darunter übrigens auch vier Frauen, damit beschäftigt, Straßengräben zu mähen und andere Alltagsarbeiten zu erledigen. Wenn die Bauern die Felder bestellt haben, dann errichten die Straßenwärter auch wieder 12 Kilometer Schneezäune. „Wir bauen die nach den Erfahrungswerten auf“, sagt Dirk Nehls. Dem Wind dürfte das egal sein. Die Straßenmeisterei verfolgt darum ständig das Wetter. Informationen bekommen sie vom Deutschen Wetterdienst und von den anderen Straßenmeistereien in der Seenplatte.

In Neubrandenburg dürften besonders die Radfahrer auf den Winter gespannt sein. Denn im vergangenen Winter gab es eine Diskussion darüber, ob die Radwege geräumt werden sollten, oder nicht. Die Satzung sehe das nicht vor, lautete die Antwort von Reiner Schmetzke vom Städtischen Immobilienmanagement. Zudem wurde argumentiert, dass die Verwaltung den Radfahrern eine trügerische Sicherheit vortäuscht, wenn die Wege beräumt würden. Denn trotz Räumung würde ja eine Gefährdung durch Schneereste bestehen. Das Räumen der Gehwege kostet jährlich 200 000 Euro pro Jahr, mit Radweg wäre etwa die doppelte Summe fällig, schätzte Schmetzke.

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