Eindrücke vom Jugendmedienfest:

Jungfilmer sorgen für Spaß und Staunen

Wer vertont denn ein russisches Märchen mit belgischem und schwedischem Pop und amerikanischer Filmmusik? Neubrandenburger Schüler hatten da eine ganz pfiffige Idee, die es ins Programm des Jugendmedienfestes geschafft hat.

Im Gespräch mit Moderator Rolf Teigler können die jungen Filmemacher aus der BIP-Kreativitätsschule noch einmal ein paar Tricks verraten.
Susanne Schulz Im Gespräch mit Moderator Rolf Teigler können die jungen Filmemacher aus der BIP-Kreativitätsschule noch einmal ein paar Tricks verraten.

Steve Daniel ist kein Freund vieler Worte. Schließlich spricht der Film ja auch für sich, den der 16-Jährige über die vier Tore und die mittelalterliche Wehranlage seiner Heimatstadt gedreht hat. Nun, da der knapp achteinhalb Minuten lange Beitrag es ins Programm des 21. Neubrandenburger Jugendmedienfestes geschafft hat, ist Steve aber auch im Kino Latücht zur Stelle, um Rede und Antwort zu stehen. Ohne Umschweife gibt der junge Mann aus der Kooperativen Gesamtschule „Stella“ Auskunft über die Recherchen im Internet und das Interview mit Museumsdirektor Rolf Voß. Was er herausgefunden hat, unterlegt er mit stimmungsvollen Aufnahmen von heute und historischen Abbildungen. Gefilmt hat er mit dem Handy. Und dabei auch das Schneiden gelernt? „So halbwegs“, stapelt er tief.

So wie Steve sind zu Beginn des Schulvideowettbewerbs junge Leute aus der Kreisstadt ebenso wie aus dem vorpommerschen Leopoldshagen, aus der Müritzstadt Waren und sogar der Landeshauptstadt Schwerin angereist, um ihre Wettbewerbsbeiträge vorzustellen. Und die sind – wie nicht nur das Publikum mit viel Applaus honoriert, sondern auch der Filmemacher und Hochschulprofessor Rolf Teigler bestätigt – vielfach ganz erstaunlich. 

Viertklässler aus dem Schweriner Pädagogium haben zum Beispiel – ausgehend von einem Projekt über Erich Kästners Buch „Emil und die Detektive“ – ein witziges Fernsehmagazin produziert. Grundschüler aus Leopoldshagen zeigen mit einem Animationsfilm, wie wichtig Mülltrennung für Natur und Umwelt ist. Eine Schülergruppe aus Stavenhagen dokumentiert, wie eine Ganztagsschule funktioniert.

Und eine muntere Truppe aus der Neubrandenburger BIP-Kreativitätsschule setzt in französischer Sprache das russische Märchen „Die Rübe“ in Szene. Liebhaber wissen: Da geht es um ein widerspenstiges Rübchen, das einer allein nicht aus dem Boden ziehen kann. Diese Fabel verpacken die BIP-Schüler in witzige Auftritte: Der Vater wird mit dem Popsong „Papa, où t’es“ (Papa, wo bist du) gerufen, die Mutter mit „Mamma Mia“, die Katze mit dem „Rosaroten Panther“.

Überhaupt ist auch Experte Rolf Teigler, der am Donnerstag die Beiträge des Schulvideowettbewerbs moderierte und am Freitag beim Jugendvideowettbewerb in der Jury mitwirkt, ganz beeindruckt vom Können der Teilnehmer. Zumal es nicht um technische Perfektion, sondern um Idee und Umsetzung der Geschichten geht. „Und da können schon die Kleinen sehr gut mithalten. Sie setzen sich prima mit den Themen auseinander“, schätzt der Filmemacher ein, der an einer Berliner Hochschule angehende Film- und Fernsehmacher ausbildet. Umso mehr weiß er zu schätzen, wie schon die Jüngsten hierzulande bei ihren filmischen Ambitionen begleitet und unterstützt werden von Lehrern und Medienwerkstätten. „Das sollte unbedingt erhalten bleiben, gerade auf dem Land“, wünscht er sich.

Am Freitagabend werden die Besten geehrt – mit dem „Spitzel Stachel“, dem „Dritten Auge“ und dem Hauptpreis „Die große Klappe“, der vom Nordkurier gestiftet wird.

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