Populärer Kurzzeit-Einwohner der Region:

Kammersänger Reiner Süß in Friedland gestorben

In Friedlands Amtsblatt wurde dem populären Künstler noch zum 85. Geburtstag gratuliert. Doch diese Wünsche erreichten Reiner Süß nicht mehr.

Der in der DDR sehr bekannte und beliebte Kammersänger Reiner Süß ist Ende Januar in Friedland gestorben, wenige Tage vor seinem 85. Geburtstag.
hammerfoto Der in der DDR sehr bekannte und beliebte Kammersänger Reiner Süß ist Ende Januar in Friedland gestorben, wenige Tage vor seinem 85. Geburtstag.

In Friedland sprach es sich herum wie ein Lauffeuer: Kammersänger Reiner Süß lebte die letzten Wochen seines Lebens im Seniorenwohnpark der Stadt. Um seine Gesundheit war es jedoch nicht gut bestellt. Ende Januar, nur wenige Tage vor seinem 85. Geburtstag, ist der Künstler in Friedland gestorben. Das bestätigte jetzt seine Tochter, die in der Nähe wohnt und ihren Vater erst Anfang des Jahres nach Friedland geholt hatte.

 Auch im Seniorenwohnpark machte es schnell die Runde, dass ein Prominenter unter den Bewohnern ist. „Viele Bewohner kannten ihn und hätten ihn gern besucht oder auch seinem Gesang gelauscht“, weiß Leiterin Liane Haseloff. Doch seine Gesundheit ließ dies nicht mehr zu. „Für uns war es eine Ehre, ihn als Gast zu haben“, betont die Leiterin.

Autogrammwunsch zuverlässig erfüllt

„Für Friedland ist das etwas ganz besonderes gewesen“, betont auch Marianne Ave. Sie betreibt ein Geschäft am Markt und verkauft dort Obst und Gemüse. Zu dem Musiker hat sie eine besondere Beziehung. Mehrmals sei der Sänger in ihr Geschäft gekommen, um Früchte zu kaufen, berichtet die 64-Jährige. Irgendwann habe sie ihn einfach angesprochen, ob er „der Herr Kammersänger sei“. Reiner Süß hat es bestätigt und erzählt, dass er seine Familie in der Nähe besucht. Außerdem bot er Marianne Ave an, ein Autogramm zu schicken. „Das hat er auch gemacht“, freut sich die Friedländerin bis heute über die Erinnerung. „Vielen Dank für Obst und Gemüse, ihr Reiner Süß“ steht auf der Rückseite der Karte, die die Friedländerin bis heute aufbewahrt hat.

So einen prominenten Bewohner hatten die Friedländer noch nie, ist sich Rosi Biermann vom Volkshaus sicher. Als sich der Name Reiner Süß sogar in der Geburtstagsliste im Friedländer Amtsblatt fand, wussten wohl wirklich alle, dass das Gerücht stimmt. Wer, wenn nicht Rosi Biermann, die so manchen Künstler auf die Bühne des Volkshauses geholt hat, wüsste um die Berühmtheit des Kammersängers. „Aber ich wüsste nicht, dass er je im Volkshaus aufgetreten ist“, sagt sie.

Moderator der Sendung „Da liegt Musike drin“

Reiner Süß wurde am 2. Februar 1930 in Chemnitz geboren. Er gehörte von 1940 bis 1946 zu den Thomanern in Leipzig und bekam 1962 den Titel des Kammersängers. Berühmtheit erlangte er von 1968 bis 1985 als Moderator der DDR-Fernsehsendung „Da liegt Musike drin“. Süß war Stargast an Opernhäusern in Paris und Wien. Sein letzter Auftritt in der Region liegt noch nicht lange zurück. Im März 2012 verstärkte er mit seiner Bassstimme die Neustrelitzer Seniorenband beim Frühlingsball im Landestheater.

Sein kurzer Aufenthalt in Friedland war in der Kleinstadt ein Ereignis, bestätigt Bürgermeister Wilfried Block (parteilos). Nein, in der jüngsten Vergangenheit gab es dort nie berühmte Bewohner. Umso trauriger sei es, dass Reiner Süß nun tot ist, spricht das Stadtoberhaut der Familie sein Beileid aus.

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