Anzeigen-Affäre :

Kandidatin steht zu ihrer Wahlwerbung

Hybris oder PR-Coup? Die CDU-Kandidatin Diana Kuhk betitelte sich in einer Anzeige schon als Oberbürgermeisterin.  Was sagen die Mitbewerber dazu?

Hat die OB-Wahl einen ersten kleinen Skandal?
Michael Urban Hat die OB-Wahl einen ersten kleinen Skandal?

Als Oberbürgermeisterin hat sich die 44-jährige CDU-Kandidatin für das Amt des Stadtoberhaupts in einem Anzeigenblatt betitelt und damit viele Neubrandenburger überrascht. In dem Inserat wünscht Diana Kuhk den Bürgern ein erfolgreiches neues Jahr. Unmittelbar unter ihrem Namen titelt sie mit „Oberbürgermeisterin“ – deutlich kleiner erfolgt darunter der Hinweis auf die erst noch anstehende Wahl. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war sie vom Wahlausschuss als Kandidatin noch nicht einmal offiziell bestätigt. Sie stehe zu der Werbung, sagte sie dem Nordkurier.

„Wenn jemand das als anmaßend empfindet, kann ich das verstehen. Mein Stil ist das nicht“, sagt Michael Stieber (SPD), der im März ebenfalls neuer Oberbürgermeister werden will. Die Wahl solle die Christdemokratin besser den Wählern überlassen, findet Stieber. Torsten Koplin (Linke)  zeigt sich wenig beeindruckt von der umstrittenen Kampfansage aus dem CDU-Lager. „Das will ich jetzt mal nicht bewerten. Ich weiß nur eins: Die sprichwörtlichen „Kücken“ werden in diesem Fall im März gezählt“, sagt der Landtagsabgeordnete. Einzelkandidat Michael Nötzel gefällt die Diskussion über die Anzeige wenig. Denn damit würde man der CDU nur einen Gefallen tun.

Betriebswirt Silvio Witt kann über die Anzeige nicht lachen. „Wer Bescheidenheit verliert, verliert alles“, sagt Witt in Anlehnung an ein Zitat des kürzlich verstorbenen Musikers Udo Jürgens. „Herzliche Grüße und Glückwünsche an Frau Dr. Kuhk zur erfolgreichen OB-Wahl“, lässt FDP-Kandidat Manfred Pawlowski ausrichten. „Ob sich das bei der nächstfolgenden am 1. März wiederholen wird, scheint bei der bekannten Abstinenz vieler Neubrandenburger gegenüber Witz, Ironie oder gar Sarkasmus wenig wahrscheinlich“, schiebt Pawlowski hinterher.

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