Noch keine Entscheidung gefallen:

Kann man 3000 Blumen als Geschenk einfach ablehnen?

Ein Neu-Neubrandenburger will seiner Wahlheimat ein buntes Blütenmeer schenken – und damit längst vergessene in Erinnerung rufen.

Uwe Schmucker am Ufer des Tollensesees. Hier in der Nähe sollten die 3000 Blumen blühen, die Schmucker der Stadt schenken möchte.
Thomas Beigang Uwe Schmucker am Ufer des Tollensesees. Hier in der Nähe sollten die 3000 Blumen blühen, die Schmucker der Stadt schenken möchte.

Uwe Schmucker will seiner neuen Heimat Blumen schenken. 3000 genau, so seine Vorstellung. Und der 70-Jährige hat auch schon konkrete Vorstellungen, wo man die Zwiebeln, aus denen die Blumen sprießen sollen, in die Erde stecken sollte. „Am besten irgendwo im Kulturpark, nicht weit weg vom Tollensesee.“

Schmucker hat seine Gründe für die Wahl des Ortes. Der Mann, Mitglied in der Vereinigung der Opfer des Stalinismus, hat davon gehört und darüber gelesen, dass in dem kalten Wasser des großen Sees im April und Mai 1945 viele Neubrandenburger gestorben sind. Die aus Angst und Verzweiflung bei Ende des Krieges lieber den Freitod wählten, als weiter zu leben. Daran werde aber, so der Viertorestädter, nirgendwo in Neubrandenburg erinnert.

Am besten noch, so seine Vorstellung, an dem von ihm gespendeten Blumenmeer würde noch eine Erinnerungstafel das Gedenken an die Toten von damals in Ehren halten. „Auch die würde ich spendieren“, so Schmucker und verweist auf die Stadt Demmin, wo eine Tafel an Hunderte Einwohner der Stadt erinnert, die sich zum Kriegsende hier das Leben nahmen.

Aber ob die Entscheidung des Rathauses zu seinem Angebot auch den Vorstellungen des Spenders entspricht, kann Uwe Schmucker gar nicht sagen. Denn bis jetzt hat er noch keine Antwort auf sein Schreiben an Oberbürgermeister Silvio Witt erhalten. Und auf Nordkurier-Anfrage heißt es aus dem Rathaus, in der Stadtverwaltung müsse man sich noch genau abstimmen, wie mit der Schenkung umgegangen werden kann. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.