Polizei schlägt Alarm:

Kinder fahren immer schlechter Rad

Die Polizei schlägt Alarm: Die Grundschüler werden immer unsicherer auf dem Fahrrad. Viele fallen durch die Prüfung. Ein Grund dafür: Mangelnde Übung. Es fängt schon damit an, dass einige Kinder gar kein eigenes Fahrrad haben.

Immer mehr Kinder sind unsicher im Straßenverkehr. Das zeigt sich bei den Radfahrprüfungen der Viertklässler, die in jedem Jahr durchgeführt werden.
Deutscher Verkehrssicherheitsrat Immer mehr Kinder sind unsicher im Straßenverkehr. Das zeigt sich bei den Radfahrprüfungen der Viertklässler, die in jedem Jahr durchgeführt werden.

Theoretisch wissen fast alle Viertklässler, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält. Wenn es allerdings darum geht, dieses Wissen in der Praxis anzuwenden, scheitern viele Kinder. Darum schlägt die Polizei nun auch Alarm. Von 520 Kindern, die im vergangenen  Schuljahr an der Radfahrausbildung der vierten Klassen der Stadt Neubrandenburg teilnahmen, mussten 33 Kinder im praktischen Teil nachgeprüft werden. 2012 waren es nur sechs. 19 Kinder haben aufgrund zu vieler Fehler die praktische Prüfung nicht bestanden. Das sind 15 mehr als noch 2012. Ein gefährlicher Trend, wie Polizeiobermeisterin Ulrike Panster mahnt. Sie ist für die Präventionsarbeit bei der Polizeiinspektion Neubrandenburg tätig und kümmert sich gemeinsam mit dem Schulamt, der Ortsverkehrswacht und der Dekra um die Radfahrausbildung.

„Mein Vorgänger hat die praktische Prüfung noch im Straßenverkehr rund um die jeweilige Schule durchgeführt. Aber nachdem es fast zu einem Unfall gekommen ist, prüfen wir nur noch im Verkehrsgarten im Kulturpark“, sagt Ulrike Panster. Etliche Kinder würden große Unsicherheiten auf dem Fahrrad zeigen. Zudem verhielten sich auch viele Autofahrer rücksichtslos. „Während einer Prüfung haben gleich mehrere Autofahrer den jungen Radlern die Vorfahrt genommen. Und  das, obwohl wir als Polizei vor Ort waren und die Kinder Warnwesten trugen“, erzählt Ulrike Panster.

Fehlendes Training mit den Eltern

Die Viertklässler haben vor allem Probleme, in komplexeren Situationen klarzukommen. Beim Linksabbiegen würden oft Handzeichen und Schulterblick vergessen. Auch Vorfahrtszeichen werden nicht beachtet.

Grund für die Schusseligkeiten, die schlimme Folgen haben können, ist nach Ansicht von Ulrike Panster das unzureichende Training. Zwar üben die Kinder in Vorbereitung auf die Radprüfung, die übrigens im Schulgesetz verankert ist, auch vorab an den Schulen. Das allein würde aber nicht reichen. Die Eltern sind gefragt. Und hier gibt es Defizite. Das geht schon damit los, dass einige Kinder gar kein eigenes Fahrrad haben, wie beispielsweise eine Lehrerin vom Datzeberg erzählt. Damit diese Kinder nicht benachteiligt werden, bringt die Ortsverkehrswacht auf Wunsch 15 Räder zu den Schulen, die dann in einer Übungswoche genutzt werden können.

Auch mit wetterfester Kleidung und richtig sitzenden Helmen nehmen es einige Eltern nicht so genau, erzählt Ulrike Panster. „Die Helme waren oft sehr locker auf dem Kopf und die Riemen von vornherein nicht richtig angepasst“, kritisiert die Polizistin.

Verkehrsgarten soll bleiben

Ein positives Signal gibt es jetzt aus dem Neubrandenburger Rathaus. Wie das Ordnungsamt mitteilt, soll der Verkehrsgarten an der bisherigen Stelle im Kulturpark erhalten bleiben. Das war zuletzt unklar, denn der Kulturpark soll umgestaltet werden. Der Verkehrsgarten wird aber in das neue Konzept integriert und soll sogar aufgewertet werden. Zwischen der Polizei, der Ortsverkehrswacht und den Schulen herrscht auch Einigkeit darüber, dass der Verkehrsgarten künftig nicht nur Prüfungsort sein soll. Auch die Vorbereitungen sollen hier und nicht auf dem Schulhof stattfinden.

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