Pflegeeinrichtungen im Test:

Klarere Bewertungen für mehr Vergleichbarkeit

Einmal im Jahr werden Pflegeheime durch den Medizinischen Dienst der Pflegekasse geprüft. Die Bewertungen können im sogenannten Transparenzbericht nachgelesen werden. Seit Anfang des Jahres sind Veränderungen in Kraft getreten.

Anke Albrecht leitet die DRK-Pflegeheime in Lübberdorf und in der Neubrandenburger Robert-Blum-Straße. Sie hält die Qualitätskontrolle für wichtig.
Bärbel Gudat Anke Albrecht leitet die DRK-Pflegeheime in Lübberdorf und in der Neubrandenburger Robert-Blum-Straße. Sie hält die Qualitätskontrolle für wichtig.

Was wäre wenn - Mutter oder Vater in absehbar Zeit ein Pflegefall sind? Mit diesem Gedanken hat sich wohl schon so manches „Kind“ um die 50 beschäftigt. Für den einen oder anderen ist er sogar bereits traurige Gewissheit geworden. Da stellt sich die Frage: Wie in solch einem Fall das richtige Pflegeheim für die Eltern finden?

 Während der Internet-Recherche nach einem geeigneten Heim in Neubrandenburg und Umgebung landet der Suchende irgendwann bei den „Navigatoren“, „Lotsen“ oder dem „Kompass“ der gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Unter dem Stichwort Pflege finden sich die gewünschten Einrichtungen. In den meisten Fällen sind die Heime  gleich mit Noten versehen. Sie tendieren in der Stadt zurzeit von einer glatten Eins bis zu einer 1,4. Die Durchschnittsnote im Land Mecklenburg-Vorpommern liegt zum Vergleich bei 1,2.

Beurteilt hat der Medizinische Dienst der Pflegekassen die Qualität der stationären Pflegeeinrichtungen. „Wir sind im Oktober 2013 zum letzten Mal geprüft worden“, erläutert die Leiterin des DRK-Pflegeheimes in der Robert-Blum-Straße, Anke Albrecht. Solche regelmäßigen Prüfungen erfolgen ohne Ankündigung einmal im Jahr. Allerdings wüssten die Mitarbeiter der Heime schon, was sie erwartet.  Alle Fragestellungen beinhalte ein umfassender Katalog, der in den Häusern vorliegt. Dokumentationen der einzelnen Pfleger und in den jeweiligen  Pflegebereichen sind wichtige Grundlagen. Denn von morgens um 6 bis nachts zum Schlafen gehen muss von den Pflegern alles Tun exakt festgehaltent werden. In einem Pflegeplan wird zum Einzug alles Notwendige  unter anderem zur Behandlung, zu Themen der Hauswirtschaft oder auch zur sozialen Betreuung für den einzelnen dokumentiert.

Ab Januar wurden wesentliche Klarstellungen, aber keine grundlegende Reform  dieser Beurteilungen vorgenommen: So werden jetzt immer neun Bewohner bewertet, drei je Pflegestufe, unabhängig von der Größe des Heimes. Bislang  waren es 10 Prozent der Bewohner. Analog der Pflegestufenverteilung  wurden sie per Zufall ausgewählt. Es soll mit der Neuregelung um eine bessere Vergleichbarkeit gehen. Schlechte Bewertungen in einzelnen Bereichen sollen anders für die Gesamtnote gewichtet werden. Es wird von Fachleuten vermutet, dass die Noten sich zum Schlechteren verschieben werden. Aber eine Konzentration auf so genannte Risiko- oder Kernkriterien hat sich nicht durchsetzten können. Deren Verfechter wollten verhindern, dass schlechte Pflegenoten durch etwas überspitzt gesagt schöne Gardinen ausgeglichen werden können.

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