Rathaus erarbeitet neue Satzung:

Kommt der Anschlusszwang für Fernwärme?

Die Stadtvertreter diskutieren momentan den Plan für die Versorgung mit Fernwärme sehr kontrovers. Vor allem ist unklar, welche Kosten auf die Bürger zukommen. Betroffen wären Tausende Neubrandenburger.

Zum Jahresende werden derzeit auch in Neubrandenburg wieder die Heizungs-Zähler abgelesen. Möglicherweise kommen auf manche Einwohner bald höhere Kosten zu, wenn es einen Anschlusszwang für Fernwärme geben sollte.
Foto: Fotolia/ArchivNK Zum Jahresende werden derzeit auch in Neubrandenburg wieder die Heizungs-Zähler abgelesen. Möglicherweise kommen auf manche Einwohner bald höhere Kosten zu, wenn es einen Anschlusszwang für Fernwärme geben sollte.

In der Stadt Neubrandenburg soll es möglicherweise bald einen Anschlusszwang für Fernwärme geben. Das sieht eine neue Fernwärmesatzung vor, die im Rathaus erarbeitet wurde und momentan von den Stadtvertretern diskutiert wird. Allerdings wird sie von vielen Abgeordneten noch kritisch gesehen. Ihnen fehlen Informationen, vor allem zu den möglichen finanziellen Folgen für die Bürger der Stadt. Zudem wünschen sie sich eine Bewertung durch die beiden großen Vermieter Neuwoges und Neuwoba.

Wärme wird während Stromerzeugung produziert

Hauptgrund für die Fernwärmesatzung sei das Umstellen auf nachhaltige und umweltschonende Techniken für die Versorgung der Neubrandenburger mit Wärme, argumentiert neu.sw-Geschäftsführer Ingo Meyer. Die Fernwärme in Neubrandenburg wird gemeinsam mit Strom in sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Bei diesem Prozess wird während der Stromerzeugung gleichzeitig Wärme produziert, welche in das zentrale Neubrandenburger Fernwärmenetz eingespeist wird. Dadurch kann der Energiegehalt des eingesetzten Gases mit einem Wirkungsgrad von fast 90 Prozent genutzt werden.

Es gibt keinen anderen Anbieter

Allerdings würde durch die Satzung auch die Monopolstellung der Stadtwerke gestärkt, denn es gibt keinen anderen Anbieter für Fernwärme in der Stadt. Der beabsichtigte Anschlusszwang erstrecke sich aber nur auf jene Stadtgebiete, wo ohnehin schon Fernwärme anliegt, erklärt Ingo Meyer. Er gelte auch nur für Neubauten und Sanierungen. Wer jetzt beispielsweise sein Haus mit einer Gastherme beheizt, sei nicht verpflichtet, auf Fernwärme umzurüsten. Das könne allerdings dann der Fall sein, wenn die Gastherme kaputtgeht.

Die Stadtvertreter diskutieren das Thema quer durch die Fraktionen sehr kontrovers. Eine Entscheidung ist noch nicht in Aussicht. Bislang sind die Informationen nicht ausreichend, bemängelten etliche Ausschussmitglieder. Vor allem sei unklar, welche Kosten auf die Bürger zukommen, Tausende Neubrandenburger könnten betroffen sein. Das Beispiel anderer Städte habe zudem gezeigt, dass sich die Preise nach Einführung einer Fernwärmesatzung stets erhöht haben, wird kritisiert.

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Kommentare (1)

Tja Neubrandenburg ist Pleite. Das Land zwingt zum sparen, und mal bei den freiwilligen Leistungen nachzuschauen ob da Potential ist traut sich die Stadt nicht. Also versucht man es hintenrum über die Stadtwerke. Das sich damit die Einnahmen und der Gewinn der neusw steigert ist ja wohl klar. Und wer bekommt den Gewinn ach ja die Stadt. Der Anschlusszwang kommt doch wie gerufen. Das es Umweltfreundlich ist kann man bezweifeln, Windkraft und Solar sind besser. Auch Heizen kann man sinvoller mit Biogas als mit Erdgas. Und eine Lösung wie die Neuwoba im Stargarder Bruch hat ist doch genial. Ich habe nichts dagegen das Strom und Wasser in staatlicher Hand sind. Aber Fernwärme sollte es nicht sein. Eine Warnung sollte uns da die Stadt Friedland sein. Mit dem Anschlusszwang wird hier ein Monopol geschaffen denen alle Neubrandenburger ausgesetzt wären. Eine andere Frage stellt sich dann aber noch warum ist der Strom so teuer bei uns, wenn Kraft-Wärme-Technik so toll ist. 25 Cent zahlt man hier in der Stadt an Strom. Marko Kardetzky