:

Kommt der Neveriner Müll endlich weg?

Schweres Gerät ist auf dem Gelände der Deponie in Neverin aktiv. Das Treiben auf den Schuttbergen sorgt in diesen Tagen für Aufregung im Dorf. Wird der Müll jetzt mit Erde einfach zugeschüttet oder tatsächlich abgetragen?

Was hier lagert, hat die Gemeinde Neverin schon einmal untersuchen lassen. Immer wieder wurde von den Behörden betont, dass von dem Müll keine Gefahren für Umwelt und Trinkwasser ausgehen.
privat Was hier lagert, hat die Gemeinde Neverin schon einmal untersuchen lassen. Immer wieder wurde von den Behörden betont, dass von dem Müll keine Gefahren für Umwelt und Trinkwasser ausgehen.

Dass die Müllberge am Dorfrand von Neverin im neuen Jahr verschwinden würden, glaubte eigentlich niemand. Doch jetzt herrscht Aufregung im Dorf. Seit einigen Tagen frisst sich ein Bagger durch die Berge und Transporter stehen bereit. „Was geschieht dort?“, fragte ein Neveriner. Hoffentlich passiert hier kein weiterer Umweltfrevel und der Müll wird einfach mit Erde zugeschüttet, um anschließend mit Photovoltaikanlagen zugebaut zu werden. „Dann haben wir eine Umweltbombe“, meint der besorgte Einwohner. Die Polizei habe er bereits informiert.

„Es gibt jemanden, der auf dem Gelände eine Photovoltaikanlage errichten will“, bestätigt Neverins Bau- und Ordnungsamtschef Alexander Diekow. Dafür gebe es eine Genehmigung. Das Gebiet sei schon vor Jahren als Industriegebiet ausgewiesen worden. Tatsächlich soll „auf einer nicht von Reststoffen belasteten Fläche eine Photovoltaikanlage zur Gewinnung von elektrischer Energie aus solarer Strahlung entstehen“, bestätigt die Mecklenburger Solar Anlagen Bau GmbH in Rostock. Derzeit laufen die Vorbereitungen dafür.

Im Sommer soll erste Solaranlage stehen

„Auf dem Gelände lagern unterschiedliche Reststoffe - einige gelten als bedenklich“, weiß das Unternehmen. Die Reststoffhaufen werden zunächst sortiert und Wertstoffe von Schadstoffen getrennt. „Die belasteten Reste werden auf dem Grundstück zum Abtransport auf eine Deponie vorbereitet.“ Dabei arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben eng mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt zusammen und sagt ganz klar: „Ziel ist die Beräumung der Gesamtfläche des deponieähnlichen Grundstücks.“

Läuft alles nach Plan, dann könnte frühestens im Sommer die erste Photovoltaikanlage stehen. Auf der Internetseite des Unternehmens ist Neverin bereits als Bauvorhaben ausgewiesen. Die Fläche ist bereits verpachtet. Auf einer Internetseite gibt die Badeninvest Consulting GmbH mit einer Pressemitteilung den Vertriebsstart des Solarparks Neverin bekannt. Demnach können ab März private Personen Photovoltaik-Anlagen am Solarpark erwerben.

Bürgermeister Helmut Hesse zeigt sich am Dienstag jedenfalls überrascht von dem Treiben auf dem Grundstück, ist aber optimistisch: „Wenn der Müll jetzt beräumt wird, kann uns das nur Recht sein.“

Weiterführende Links