Vorwürfe sollen geprüft werden:

Kontrolle bei der Awo in dieser Woche

Vorwürfe gegen die Geschäftsstelle der Arbeiterwohlfahrt in Neubrandenburg sollen jetzt genau geprüft werden. Dazu hat sich auch Besuch aus Schwerin angekündigt.

Thomas Beigang

Nun ist doch noch nichts geworden mit der angekündigten „ganz schnellen“ Überprüfung der Geschäfte bei der Arbeiterwohlfahrt in Neubrandenburg. Erst in dieser Woche, so eine Quelle aus dem Awo-Landesvorstand, wird Landesgeschäftsführer Bernd Tünker „seinen“ Leuten in der Viertorestadt einen Arbeitsbesuch abstatten und alles unter die Lupe nehmen. Noch am Donnerstag hieß es vom Landesvorsitzenden Rudolf Borchert, dies solle noch am Freitag geschehen. Doch erst seit Montag war der Neubrandenburger Awo-Geschäftsführer Jörg Fischer nach dem Urlaub wieder an seinem Arbeitsplatz.

In der vergangenen Woche waren, nachdem sich schon seit Tagen die Awo an der Müritz wegen möglicher finanzieller Unregelmäßigkeiten im Visier der Staatsanwaltschaft befindet, auch Vorwürfe gegen die „Schwesterorganisation“ in der Viertorestadt laut geworden. Konkret soll es unter anderem darum gehen, ob tatsächlich alles rechtens ist, dass die Neubrandenburger Awo regelmäßig Aufträge an eine Immobilien- und Bewirtschaftungsfirma vergibt, die der Ehefrau des Awo-Geschäftsführers Jörg Fischer gehört. Außerdem residiert die Neubrandenburger Awo in einem Haus, das dem Awo-Geschäftsführer
mit gehört

Bei der Awo Neubrandenburg hieß es in einer Stellungnahme, Geschäftsbeziehungen mit der Immobilienverwaltungsfirma bestehen bereits seit 1993, aber erst 2001 beauftragte der damalige Vorstand der hiesigen Arbeiterwohlfahrt Jörg Fischer mit der kaufmännischen Leitung der Awo. Alle Verträge würden allerdings allein vom Vorstand der Awo verhandelt und abgeschlossen. Mitglieder des Awo-Vorstands hatten aber in der vergangenen Woche eine nochmalige genaue Prüfung aller Geschäfte mit der Immobilienfirma  gefordert.