Schäden an Türmchen entdeckt:

Konzertkirche bleibt länger als geplant eine Baustelle

Eigentlich sollte das Gerüst an der Konzertkirche demnächst verschwinden, aber daraus wird nun nichts. Denn unvorhersehbare Schäden führten jetzt zur Notsicherung des historischen Gebäudes.

Gerüste und Fangnetze: Der Ostgiebel der Konzertkirche musste notgesichert werden und das sofort, nachdem bisher nicht bemerkte Schäden zu Tage getreten waren.
Paulina Jasmer Gerüste und Fangnetze: Der Ostgiebel der Konzertkirche musste notgesichert werden und das sofort, nachdem bisher nicht bemerkte Schäden zu Tage getreten waren.

Böses Erwachen an der Konzertkirche: Am Ostgiebel sind kürzlich Schäden sichtbar geworden, die eine sofortige Notsicherung des Bereichs zur Folge hatte. Jetzt ist an der Seite zur Stargarder Straße nicht nur ein Gerüst zu sehen, sondern auch Netze, die Passanten vor herunterstürzenden Brocken schützen sollen, wie Dirk Schwabe, Chef des Städtischen Immobilienmanagements (SIM), im Gespräch mit dem Nordkurier erläutert.

Die Kirche war seit Mai jeweils an ihren Giebelseiten eingerüstet. Dies war nötig geworden, weil Schäden zu erkennen waren, die dringend behoben werden mussten, so Schwabe. Insbesondere das mittlere Türmchen am Ostgiebel machte den Fachleuten Sorgen. Gelbe Steinsplitter sollen in der Vergangenheit schon herabgefallen sein. Der Westgiebel der Kirche mit dem Haupteingang war Ende September bereits fertiggestellt und das Gerüst hier wieder abgebaut worden.

Noch zu diesem Zeitpunkt hätten die Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten voll im Plan gelegen. Die Kosten wurden auf 130 000 Euro geschätzt. Doch nun dauert es länger. Die Neubrandenburger und ihre Gäste werden mit dem Anblick des eingerüsteten Ostgiebel noch bis ins nächste Jahr hinein leben müssen.

Ein sechsstelliger Betrag wird zusätzlich fällig

Denn parallel zu den Sanierungsmaßnahmen wurde der Ostgiebel auf weitere Schäden untersucht. Dabei sind Fassadenkletterer zum Einsatz gekommen, die auch schwer zugängliche Bereiche in Augenschein nehmen konnten. Dann kam der Hammer: Alle fünf Fialturmspitzen sind derart geschädigt, dass eine sofortige Notsicherung veranlasst worden sei, heißt es aus dem Rathaus.

Wenn es doch so bröckelt an der Konzertkirche, ist vielleicht gar Schlimmeres mit dem Gebäude zu erwarten? Könnte es gar sein, dass noch mehr Schäden zu Tage treten? Dirk Schwabe gibt Entwarnung. Dass die Spitzen der fünf Fialtürme in einem solch schlechten Zustand seien, liege zum Beispiel am Betonmörtel. Die Konzertkirche sei zwar in den 90er-Jahren saniert worden, aber eben nicht diese Fialturmspitzen. Außerdem hätten die Formsteine nicht die nötige Qualität gehabt, weshalb es nun zu Abplatzungen gekommen ist. Um auf Nummer sicher zu gehen, sind die Netze am Ostgiebel gespannt. Neue Formsteine müssen jetzt bei Potsdam hergestellt werden. Das dauert.

Diese außerplanmäßige Aufgabe wird die Stadt eine Menge Geld kosten. Dirk Schwabe geht von einem zusätzlichen sechsstelligen Betrag aus. Dafür sollen Fördertöpfe im Bereich der Denkmalpflege angezapft werden. Wenn dies nicht gelingt, müsste die gesamte Summe in den Haushaltsplan für 2015 eingestellt werden.

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