44 statt 30 Millionen Euro:

Kostenexplosion für HKB macht große Sorgen

Eine viel gestellte Frage: Welche Auswirkungen hat die enorme Kostensteigerung bei der HKB-Sanierung für meine Wohnungsmiete? Die Neuwoges-Führung gibt hier einen klaren Kurs vor.

Gefangen im Schuldenturm? Die HKB-Sanierung ist finanziell aus dem Ruder gelaufen. Nun beginnt die Suche nach Möglichkeiten, die Kosten aufzufangen.
Foto: S. Haerter Gefangen im Schuldenturm? Die HKB-Sanierung ist finanziell aus dem Ruder gelaufen. Nun beginnt die Suche nach Möglichkeiten, die Kosten aufzufangen.

Kein Mieter der Neuwoges müsse sich Sorgen machen, dass mit seinen Mieten das Loch in der HKB-Finanzierung gestopft werden soll. Das versichert nicht nur Neuwoges-Geschäftsführer Frank Benischke, sondern auch Noch-CDU-Stadtvertreter und Neuwoges-Aufsichtsrat Wolfgang Schneider. Damit treten sie Sorgen entgegen, die von mehreren Lesern an den Nordkurier herangetragen worden waren. „Die Finanzierung des HKB ist außerhalb des Kerngeschäftes der Neuwoges angesiedelt, so dass sie keinerlei Auswirkungen auf die Wohnungsmieten hat“, so Schneider. Auch andere Geschäftsbereiche der Neuwoges seien finanziell sauber voneinander getrennt, das sei ganz normal, sagt Benischke.

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass die Sanierung des HKB in der Stadtmitte viel teurer wird als bislang gedacht. Die Kosten schraubten sich von Ende 2011 geplanten 30,1 Millionen Euro auf aktuell 43,8 Millionen Euro.

Stadt soll nicht belastet werden

Die Kostendifferenz von 13,7 Millionen soll die Stadt nicht belasten, sagt Frank Benischke. Diese erheblichen Mehrkosten sollen allein durch Eigenmittel der Neuwoges, erhöhte Bankdarlehen und den Verzicht auf die Investition ins Hotel-Quartier abgefedert werden.

Auch die Bürgschaft, die die Stadt für die HKB-Finanzierung vor zwei Jahren abgeben musste, müsse nicht angetastet werden, sagt Wolfgang Schneider. Denn die greife nur im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Neuwoges. Davon könne aber keine Rede sein. Die einzig spürbare Auswirkung für die Neubrandenburger werde die Nichtrealisierung des Hotel-Projektes am Marktplatz sein. Die Neuwoges plante den Erwerb und ab 2019 den Abriss des Radisson blu, um das Gebäude durch neue Handelsflächen zu ersetzen. In Richtung Konzertkirche hingegen sollte ein neues Hotel entstehen. Das ist vom Tisch.

Weiterführende Links

Nordkurier digital jetzt ab 3,75 € pro Monat

Kommentare (4)

das ist genauso wahrscheinlich, wie die Mehrkosten aus der BILANZ der Neuwoges verschwinden. Auf irgendeiner Weise wird der Einwohner und Mieter der Stadt zu Kasse gebeten. Die Schulden müssen ja getilgt werden. Und nur über die Mieten des HKB's wird es nicht reichen. Eine andere Frage stellt sich mir, wo der Aufsichtsrat war als die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind. In einem Punkt gebe ich ihnen Recht. Wie der Name NEUWOGES schon sagt ist die Kernaufgabe Wohnungen zu vermieten und zu bauen. Sie ist nicht dafür da die Sanierung und Luftschlösser der Stadtvertretung und Oberbürgermeister zu finanzieren. Nur damit der Haushalt schön sauber bleibt. Eines steht aber schon fest, der Abriss des HKB wäre uns günstiger gekommen. Marko Kardetzky

Der Abriss des HKB war zu keinem Zeitpunkt eine Alternative zum Umbau. Es handelt sich um ein Denkmal. Vgl. Denkmal-Liste unter neubrandenburg.de. Da hat die Denkmalschutzbehörde ein schwergewichtiges Wort mit zu reden. Eigentum an einem Denkmal verpflichtet den Besitzer noch mehr. Kraft Gesetzes. Weniger durch den Willen der Stadtvertretung oder des Oberbürgermeisters. Der Haushalt bleibt auch nicht "geschönt" sauber - wenn ich Ihre Formulierung ironisch verstehen darf - , sondern über den Gesamthaushalt der Stadt (einschließlich Beteiligungsmanagment) wird das Finanzielle dokumentiert. Die Stadt ist 100prozentige Gesellschafterin der NEUWOGES GmbH.

Im Gesamthaushalt steht alles drin. Ich denke aber sie ahnen welchen Haushalt ich meine. Aber eine Frage habe ich dann Wie wirken sich die Mehrkosten auf das Haushaltssicherungskonzept aus? Ist die Neuwoges in der Lage 1% vom Gewinn auszuschütten ab 2016?

Ihre Fragen sind präzise und richtig. Als Stadtvertreter stelle ich die Gleichen. Nach dem in den letzten Wochen die baubegleitenden Abschlussrechnungen für einzelne Baugewerke abgeschlossen wurden und die Endbeträge feststanden, sind nun die Auswirkungen zu betrachten. Heute konstituiert sich die neue Stadtvertretung. Die letzte Sitzung fand Mitte Mai statt, so dass es nun wieder einen geregelten Informationsfluss geben kann. Das Haushaltssicherungskonzept darf nicht gefährdet werden. Die Ausgabenexplosion am HKB - immer im Auftrag der Stadt - muss langfristig refinanziert werden. Immerhin stellt das HKB einen langfristigen Investitionswert dar. Mit Aufgabe des Hotelprojektes - welches städtebaulich die Marktplatzgestaltung abrunden sollte - ist ein Projekt verschoben, welches nun monetär im HKB steckt. Die NEUWOGES hat hier sachlich und verantwortlich früh reagiert. Eine sog. Gewinnwarnung muss man aktuell noch nicht vermuten. Aus Erfahrung vertraue ich dem Rechnungswesen der NEUWOGES. Da ich seit 10 Jahren die Arbeit der NEUWOGES begleiten darf und die Konsolidierung in diesem Zeitraum stetig gelang, bin ich überzeugt, dass das Management diese Phase auch konstruktiv im Interesse der Stadt als Gesellschafterin und der Mieter löst. Tausende Mieter bewirken einen hohen moralischen Anspruch an die Geschäftsführung, NEUWOGES-Mitarbeiter und die Aufsichtsgremien.