Ein Bio-Aufstrich und seine Geschichte:

Kreative Köchin findet Hilfe in Neubrandenburg

Viele Berliner schwören auf die Produkte von Anita Printz. Auf Märkten verkauft sie ihre ayur­vedischen Aufstriche. Jetzt will sie in den Bio-Groß­handel. Dafür muss sie aber schwierige Auflagen er­füllen. Zwei Jahre hat sie herumprobiert. Dann kam sie in die Viertorestadt.

Holger Gniffke, Geschäftsführer des Zentrums für Lebensmitteltechnologie, und Anita Printz tauschen sich über die besonderen Aufstriche aus. Bald gibt es sie vielleicht auch in Neubrandenburg zu kaufen.
Ingmar Nehls Holger Gniffke, Geschäftsführer des Zentrums für Lebensmitteltechnologie, und Anita Printz tauschen sich über die besonderen Aufstriche aus. Bald gibt es sie vielleicht auch in Neubrandenburg zu kaufen.

In Berlin sind die Aufstriche von Anita Printz schon Kult. Auf Wochenmärkten verkauft die gelernte Köchin ihre Produkte und auch an einige Cafés. Die Zutaten sind alle bio und aus der Region. „Die Nach­frage ist groß“, sagt Anita Printz und darum möchte sie auch in den Berliner Großhandel. Der nimmt ihre Aufstriche aber nur dann in das Warensortiment auf, wenn die Produkte eine Mindest­haltbarkeitszeit von einem Jahr haben.

Und genau hier liegt die große Herausforderung für die Unternehmerin. „Ich habe zwei Jahre lang herumprobiert. Aber es ist mir nicht gelungen“, sagt Anita Printz. Nach einer Woche wurden die Aufstriche schlecht, so wie es eben bei frisch gekochten Lebensmitteln in der heimischen Küche auch wäre. „Mir fehlten die Geräte und das Know-how“, sagt Anita Printz.

Sie suchte darum Rat bei Profis. Mit dem Neubrandenburger Zentrum für Lebensmitteltechnologie (ZLT) hat sie eine gute Adresse gefunden. Geschäftsführer Holger Gniffke weiß nämlich, was beim Schritt aus der Küche heraus in die Industrie zu beachten ist. „Man muss völlig anders an Lebensmittel herangehen. Der Einzelhandel hat andere Interessen als ein Koch“, sagt der Lebensmitteltechnologe.

Aufstrich wird einem Stresstest unterzogen

Gemeinsam mit der Berliner Köchin hat das ZLT einen Weg gesucht, die Produkte länger haltbar zu machen, ohne dabei den frischen und typischen Geschmack der Aufstriche zu verlieren. Die Schlüssel dafür sind penible Hygiene und ganz bestimmte Erhitzungszeiten. Ob die Keimmenge so gering ist, dass das Produkt nach einem Jahr noch genießbar ist, kann das ZLT untersuchen. Dabei wird der Aufstrich unter Stress gesetzt. Das heißt, er muss 30 bis 40 Temperatur­wechsel an einem Tag ohne große Keimentwicklung über­stehen. Auch der pH-Wert spiele eine wichtige Rolle, erklärt Holger Gniffke.

Anita Printz hat die ersten Paletten mit drei unterschiedlichen Geschmacksrichtungen erfolgreich hergestellt. „Durch die Unterstützung bin ich in die Spur gekommen. Ich habe neue Geräte kennengelernt und kann nun investieren“, freut sich die Berlinerin. Das Besondere an ihren Aufstrichen ist die ayurvedische Kochart. Diese Ernährungsphilosophie kommt aus Indien. „Es muss eine Freude für den Gaumen und das Auge sein“, lautet der Anspruch von Anita Printz.

Holger Gniffke zeigt sich von den Aufstrichen in den Geschmacksrichtungen Rote-Bete-Ingwer mit Chili, Linsencreme und Paprika-Mandel-Creme an­getan. „Sie sind sehr harmonisch und rund“, lobt der Lebens­mitteltechnologe und Küchenmeister. 

Auch der Chef des Neubrandenburger Biomarktes, Michael Kruse, wurde inzwischen auf die Produkte aufmerksam. Damit stehen die Chancen ganz gut, dass es die pfiffigen und sehr farbenfrohen Aufstriche bald auch hier zu kaufen gibt.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung